Österreichs Wirtschaft zwischen Hoffnung und Herausforderung: Ein unerwarteter Blick auf den Iran
Die wirtschaftliche Lage in Österreich ist gerade ein bisschen wie ein Wetterbericht, der zwischen Sonnenschein und Wolken hin und her wechselt. Wifo und IHS haben am Donnerstagvormittag ihre aktualisierten Prognosen für die heimische Wirtschaft vorgestellt, und das ist nicht ohne Aufregung geschehen. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs, die in den letzten Monaten wie ein Schatten über uns schwebten, bremsen das Wirtschaftswachstum gewaltig. Im April 2023 hatten die beiden Institute noch ein Wachstum von 0,9% (Wifo) und 0,5% (IHS) für das Jahr 2023 prognostiziert. Jetzt, wo die Rezession sich anbahnt, sehen die Dinge anders aus.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat auch ihre Prognosen überarbeitet und rechnet nun mit einem Wachstum von 0,6% für 2023 und 1,1% für 2024. Das klingt zwar nicht nach einer großen Feier, aber immerhin wird eine schrittweise Erholung nach den düsteren Jahren 2023 und 2024 in Aussicht gestellt. Die Wirtschaft hat im vergangenen Jahr immerhin um 0,8% zugelegt, aber die Wolken hängen tief. Die stark gestiegenen Energiepreise, die durch den Iran-Krieg bedingt sind, haben sich als Hauptgründe für die negative Entwicklung herausgestellt.
Ein Lichtblick durch den Iran?
Doch es gibt auch Licht am Ende des Tunnels – wenn auch ein bisschen schüchtern. Der politische Umbruch im Iran könnte, so die Hoffnung, wirtschaftliche Chancen eröffnen. Eine Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) zeigt auf, dass die Aufhebung der EU-Sanktionen das iranische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als 80 Prozent steigern könnte! Das wäre ein echter Schub für die Wirtschaft. Für die EU könnte das einen Wachstumseffekt von 0,3 Prozent bedeuten, für Österreich sogar 0,5 Prozent. Wer hätte gedacht, dass ein Land, das oft im Fokus negativer Nachrichten steht, solche Möglichkeiten birgt?
Österreich ist stark in Bereichen wie Anlagen- und Maschinenbau, Bauwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Wasseraufbereitung und Umwelttechnik. Hier gibt es offensichtlich Aufholbedarf im Iran. Die heimische Industrie könnte profitieren, wenn sich die iranische Arbeitsproduktivität an Länder wie die Türkei oder Südkorea annähert – das könnte das BIP um bis zu 390 Prozent steigern. Das klingt fast wie eine spannende Wirtschaftsgeschichte aus einem Roman.
Die Herausforderungen bleiben
Dennoch, die Herausforderungen bleiben groß. Die beiden Institute haben ihre Wachstumserwartungen für 2026 deutlich gesenkt. Im Dezember prognostizierte der IHS noch ein Wachstum von 1,0 Prozent, das WIFO sogar 1,2 Prozent. Nun stehen wir bei 0,9 Prozent (WIFO) und 0,5 Prozent (IHS). Um die Sache noch etwas komplizierter zu machen, erwarten beide Institute Inflationsraten, die über dem Ziel der Europäischen Zentralbank liegen: 2,7 Prozent (WIFO) und 2,9 Prozent (IHS). Das lässt bei vielen von uns die Frage aufkommen, wie wir mit den steigenden Preisen umgehen sollen.
Die wirtschaftliche Situation ist also ein Spannungsfeld zwischen Hoffnungen und Herausforderungen, zwischen Aufbruch und Stillstand. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln – und ob der Iran uns vielleicht doch noch den einen oder anderen wirtschaftlichen Lichtblick bescheren kann.
