Heute ist der 23.05.2026 und die Landwirtschaft in Österreich steht vor einer entscheidenden Herausforderung. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat kürzlich angekündigt, gegen die Einstufung von Soja durch die Europäische Kommission Widerstand zu leisten. Diese geplante Einstufung sieht Soja als Rohstoff an, der problematische Verdrängungseffekte auf die Landnutzung hat. Das könnte gravierende Folgen für die heimische Landwirtschaft haben, die sich gerade in Bezug auf Soja als besonders wichtig herausgestellt hat.

Totschnig plant, beim Agrarministerrat am Dienstag eine Initiative einzubringen, um diese Einstufung zu kippen. Er bezeichnet das faktische Verbot, Sojaöl als erneuerbare Energiequelle zu nutzen, als „völlig inakzeptabel“. Österreich ist nicht irgendein Land, wenn es um Soja geht – wir sind der drittgrößte Sojaproduzent in der EU, direkt hinter Italien und Frankreich. Die heimische Sojabohnenverarbeitung benötigt eine Vermarktung von Sojaschrot als Futtermittel und Sojaöl für Biodiesel. Eine negative Einstufung könnte den Anbau in der EU erheblich beeinträchtigen.

Wirtschaftliche Sorgen und Umweltfragen

Minister Totschnig kritisiert, dass es keine stichhaltigen Belege für die behaupteten negativen Auswirkungen wie Abholzung und Umweltbelastungen gibt. Die Sojaproduktion spielt eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft der EU, denn sie liefert nicht nur hochwertige Eiweißfuttermittel, sondern trägt auch zur Reduzierung der Importabhängigkeit bei. Außerdem verbessert der Sojaanbau die natürliche Stickstoffanreicherung im Boden und verringert den Düngemittelbedarf, was für viele Bäuerinnen und Bauern von enormer Bedeutung ist.

Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, unterstützt die Forderung nach einer differenzierten Behandlung von europäischem Soja. In Österreich werden Sojabohnen nach hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien angebaut, was die heimische Produktion von den globalen Standards abhebt. Geschäftsführer Josef Willim von der BAG Ölmühle warnt zudem, dass der Verlust des Absatzmarktes für Sojaöl die Wirtschaftlichkeit der Sojamühlen gefährden könnte. Das klingt nach einer echten Bedrohung für viele Betriebe!

Initiativen und Forderungen

Am 13. April 2023 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag vor, Soja als Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) einzustufen. Das betrifft vielseitig nutzbare Nutzpflanzen und deren Einfluss auf die Lebensmittelproduktion. Österreich lehnt diese Einstufung ab und wird sich am 26. Mai 2023 im Agrarministerrat entschieden dagegen aussprechen.

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Minister Totschnig und seine Kollegen haben klare Forderungen an die EU-Kommission: eine Neubewertung der Soja-Einstufung, eine differenzierte Behandlung von europäischem Soja, eine genauere Prüfung der Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit sowie eine bessere Abstimmung der Klima-, Umwelt-, Energie- und Agrarpolitik. Es bleibt abzuwarten, ob die Stimme Österreichs in Brüssel Gehör findet und ob die Sojaproduktion in Europa tatsächlich gestärkt werden kann.