In den letzten Wochen hat die Diskussion um die Erdgasförderung in Oberösterreich an Fahrt aufgenommen. ADX Energy, ein Unternehmen, das sich als Pionier im Bereich der Kohlenwasserstoff-Projekte sieht, plant eine Entscheidung zur wirtschaftlichen Förderung einer Erdgaslagerstätte in Frankenmarkt bis spätestens Juli. Alan Reingruber, der Geschäftsführer von ADX in Österreich, gab in einem Gespräch mit den Salzburger Nachrichten Einblicke in die aktuellen Entwicklungen.
Die Bohrung in Frankenmarkt, die Anfang Mai erfolgreich durchgeführt wurde, erreichte eine Tiefe von etwa 1600 Metern. Dabei wurden erste Anzeichen für gasführende Sandsteine entdeckt. Komischerweise gab es bisher keinerlei Probleme mit Anrainern oder Umweltschützern – was in solch sensiblen Projekten ja nicht immer der Fall ist! Mit dem Spatenstich am 16. April hat ADX Energy das Bohrprojekt HOCH-1 ins Leben gerufen, um neue Gaslagerstätten zu erschließen. Und das Ergebnis? Am 6. Mai wurde eine Bohrtiefe von 1.367 Metern erreicht, und die Bohrung wird weiter auf eine Zieltiefe von etwa 1.550 Metern ausgeweitet.
Die Zahlen hinter dem Gasfund
Die Lagerstätte HOCH-1 konzentriert sich auf die miozänen Schichten der Hall-Formation. Laut ADX Energy könnte das mittlere Ressourcenpotenzial des Areals über 8 Milliarden Kubikfuß Methan betragen, mit einem zusätzlichen Potenzial von weiteren 17 Milliarden Kubikfuß. Das klingt wie ein echter Schatz! Zum Vergleich: Ähnliche Gasfunde in der Region erreichten Produktionsraten von etwa 9 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag. Wer hätte gedacht, dass unter unseren Füßen so viel verborgen ist?
Die gesetzlichen Hürden im Bereich des Bergbau- und Naturschutzrechts sind bereits überwunden. Das lässt hoffen, dass die geplante Bohrung in Straßwalchen-Irrsdorf bald beginnen kann. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Lage entwickelt. Detaillierte Messungen zur Beschaffenheit und dem Förderpotenzial des Gases sollen in der kommenden Nacht durchgeführt werden. Hier wird die Zukunft des Projekts in die Wiege gelegt.
Versorgungssicherheit im Fokus
In einem größeren Kontext betrachtet, spielt die Erdgasförderung auch eine wichtige Rolle in der Diskussion über Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Methanemissionen, insbesondere im Hinblick auf die EU-weiten Klimaneutralitätsziele. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) führt ein Monitoring der Versorgungssicherheit im Bereich der leitungsgebundenen Erdgasversorgung durch. Alle zwei Jahre wird ein Bericht zur Versorgungssicherheit veröffentlicht, was zeigt, wie ernst man diese Thematik nimmt.
Aktuell bleibt die Berichterstattung über die Entwicklung der Erdgasförderung in großen deutschen oder österreichischen Medien eher begrenzt. Das könnte sich allerdings ändern, wenn das Projekt von ADX Energy weiter an Fahrt gewinnt und die ersten Ergebnisse sichtbar werden. Für uns hier in Salzburg bleibt es auf jeden Fall spannend zu beobachten, wie sich die Gasförderung in der Region entwickeln wird.
