In einer Welt, die sich immer mehr der Kreislaufwirtschaft zuwendet, wird auch in Österreich das Thema der kritischen Rohstoffe immer drängender. Europa, und hier ganz konkret auch unser schönes Österreich, ist stark von Rohstoffen abhängig, die vor allem aus dem fernen China importiert werden. Eine Abhängigkeit, die nicht nur gefährlich, sondern auch teuer ist. Fast 100 Milliarden Euro an Exporten hängen von diesen Rohstoffen ab! Und das, obwohl Alternativen rar gesät sind. Die Brisanz dieser Situation offenbart sich besonders in der Fahrzeug-, Maschinenbau- und Stahlindustrie, die zusammen rund 24 Milliarden Euro exportieren. Die Frage ist: Wie sichern wir unsere Rohstoffversorgung in Zukunft?

Das ASCII-Institut und das Kontext-Institut haben eine Lösung parat: die Kreislaufwirtschaft. Diese könnte nicht nur den Druck von Rohstoffmangel nehmen, sondern auch den effizienteren Einsatz bestehender Ressourcen und ein besseres Recycling fördern. Immerhin werden in der EU 9 von 17 strategischen Rohstoffen kaum recycelt, und die Anzahl der Recyclingwerke ist mehr als bescheiden. Um dem entgegenzuwirken, plant die EU, bis 2030 mindestens 25% des Bedarfs an strategischen Rohstoffen aus Recycling zu decken. Ein ehrgeiziges Ziel, das aber durchaus erreichbar sein könnte, wenn die richtigen Schritte eingeleitet werden.

Der Critical Raw Materials Act

Ein entscheidender Schritt in diese Richtung ist der Critical Raw Materials Act (CRMA), der am 23. Mai 2024 in Kraft tritt. Dieser regelt Maßnahmen zu kritischen und strategischen Rohstoffen und hat sich hohe Ziele gesetzt: 10% des Bedarfs an strategischen Rohstoffen sollen bis 2030 aus dem EU-Bergbau kommen, während 40% aus weiterverarbeiteten Rohstoff-Produkten aus der EU stammen sollen. Ein ambitionierter Plan, der die Abhängigkeit von einem einzigen Land auf maximal 65% pro Rohstoff begrenzen möchte.

Die Umsetzung wird durch eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und eine Stärkung der Exploration unterstützt. Unternehmen, die im Bereich der kritischen Rohstoffe tätig sind, müssen sich auf neue Pflichten einstellen. Das bedeutet, dass die EU nicht nur ihre eigene Rohstoffversorgung stärken möchte, sondern auch internationale Partnerschaften aufbauen will, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Bisher wurden 14 Memoranda of Understanding mit Ländern wie Chile, Australien und Kanada abgeschlossen.

Herausforderungen und Chancen

Diese Partnerschaften sind jedoch nicht ohne Herausforderungen. Der private Sektor muss angezogen werden, und es gibt systemische Unterschiede zu den staatlich kontrollierten Unternehmen in China. Die EU steht vor der Frage, wie sie konkrete Projekte und verbindliche Finanzierungen entwickeln kann, um für Drittstaaten attraktiv zu sein. Dabei gibt es immer wieder Zielkonflikte zwischen der Notwendigkeit von Nachhaltigkeit und den Anforderungen an wettbewerbsfähige Kosten.

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Wenn wir uns die Liste der strategischen Rohstoffe ansehen, wird deutlich, dass einige von ihnen, wie Lithium, von nur wenigen Unternehmen kontrolliert werden, die über 95% des Weltmarktes ausmachen. Österreich ist bei Lithium besonders von Chile abhängig. Diese Abhängigkeit, gepaart mit den Herausforderungen des Recycling und der Kreislaufwirtschaft, zeigt, dass wir uns dringend Gedanken über unsere Rohstoffzukunft machen müssen. Die Zeit drängt und die Uhr tickt, während die EU und ihre Mitgliedstaaten versuchen, den Spagat zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit hinzubekommen. Der Weg in die Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Schritt, aber wie wir wissen, ist der Weg das Ziel.