Am Ende des Monats Mai 2026 ist es soweit: Susanne Riess-Hahn verabschiedet sich nach 23 Jahren als Generaldirektorin von Wüstenrot in den wohlverdienten Ruhestand. Ein Abschied, der ganz sicher Emotionen weckt. Wer könnte es ihr verdenken? 23 Jahre voller Herausforderungen, Erfolge und Wandlungen in der Finanz- und Versicherungsbranche liegen hinter ihr. Unter ihrer Führung hat sich Wüstenrot nicht nur als klassische Bausparkasse etabliert, sondern sich auch zu einem modernen Allfinanzdienstleister gewandelt. Das ist alles andere als selbstverständlich! Die Finanzkrise war ein entscheidender Wendepunkt, der den Kurs des Unternehmens maßgeblich beeinflusste.
In dieser Zeit hat Riess-Hahn nicht nur eine eigene Bank gegründet, die es Wüstenrot ermöglichte, zentrale Finanzdienstleistungen aus einer Hand anzubieten, sondern auch innovative digitale Lösungen wie eine App zur Finanzverwaltung für die Kunden angestoßen. Sie hat das Unternehmen also nicht nur geleitet, sondern aktiv mitgestaltet. Es ist kein Geheimnis, dass Frauen in Führungspositionen vor 20 Jahren noch ein seltener Anblick waren. Ihr Engagement hat dazu beigetragen, dass der Frauenanteil in Führungspositionen bei Wüstenrot mittlerweile bei etwa 38 % liegt. Ein echter Fortschritt!
Mut, Verantwortung und Digitalisierung
Riess-Hahn betont oft, dass Mut und Verantwortungsbereitschaft zentrale Eigenschaften für Führungskräfte sind. Sie ist überzeugt davon, dass der Wandel in der Finanzwirtschaft nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist, wenn man bereit ist, die eigene Komfortzone zu verlassen. Ein Aspekt, den sie oft kritisiert, ist die Überregulierung in der Branche. Sie fordert dringend strukturelle Reformen, um den Unternehmen mehr Spielraum zu geben. Und auch die Digitalisierung hat sie frühzeitig in den Fokus gerückt. Das Ziel eines papierlosen Unternehmens wird zwar noch nicht ganz erreicht, doch die Fortschritte sind unübersehbar! Künstliche Intelligenz wird dabei als wertvoll, aber nicht als Ersatz für die persönliche Beratung angesehen.
Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben plant Riess-Hahn, sich gesellschaftlich zu engagieren, insbesondere in der Österreichischen Sporthilfe und der Stiftung Gut Aiderbichl. Auch mehr Zeit mit ihrer Familie, ihren Hunden und beim Reisen soll nicht zu kurz kommen. Ihre Definition von Erfolg ist dabei ganz klar: nicht die öffentliche Anerkennung, sondern die Leistungsbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein zählen in ihren Augen.
Die Rolle der Frauen in der Wirtschaft
Ein Blick auf die aktuelle Situation der Frauen in Führungspositionen zeigt, dass der Anteil im DAX 40 bei 39,6 % stagniert. Im Vorstand sind es nur 25,3 %. Vier Unternehmen haben eine Frau als CEO, während zwei ganz ohne weibliche Vorstandsmitglieder auskommen. Schaut man sich die gesamte EU an, wird deutlich, dass auch hier noch viel Luft nach oben ist. Es ist also kein Zufall, dass die Geschichten erfolgreicher Frauen wie die von Riess-Hahn so bedeutend sind. Sie inspirieren und zeigen, dass Frauen nicht nur Unternehmen erhalten, sondern sie auch prägen und weiterentwickeln können.
Im Fall von Wüstenrot bleibt zu hoffen, dass die von Riess-Hahn gepflanzten Samen des Wandels weiter wachsen. Der Erfolg, den das Unternehmen unter ihrer Leitung erzielt hat, ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern auch ein Zeichen, dass Wandel und Langlebigkeit Hand in Hand gehen können. Und das, meine Damen und Herren, ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Ansporn für die kommenden Generationen.
