Ein tragischer Vorfall hat die Menschen in Salzburg erschüttert. Alexander Manninger, der ehemalige internationale Fußballtorwart, kam bei einem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Nußdorf am Haunsberg ums Leben. Sein Auto wurde von einer Lokalbahn erfasst, und leider war es zu spät – Manninger war sofort tot. Ein schockierendes Beispiel dafür, wie gefährlich solche Situationen sein können. Experten sind sich einig: Ein Schranken an dieser Stelle hätte sein Leben retten können.
In Österreich gibt es rund 3000 Eisenbahnkreuzungen, und die meisten davon sind im Schienennetz der ÖBB verankert. Vor 25 Jahren waren es über 6000, was zeigt, dass hier ein gewisser Fortschritt erzielt wurde. Doch die Sicherheit an Bahnübergängen bleibt ein brisantes Thema. Im Jahr 2024 gab es 43 Unfälle an Eisenbahnkreuzungen, und nur zwei davon passierten an Kreuzungen mit Schranken. Die traurige Bilanz: Vier Menschen verloren ihr Leben. Besonders in Niederösterreich und Oberösterreich ereigneten sich die meisten dieser Vorfälle.
Investitionen in die Sicherheit
Die ÖBB investiert jährlich zwischen 25 und 30 Millionen Euro in die Verbesserung der Sicherheit an diesen kritischen Stellen. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hat bereits klargestellt, dass nicht jede Eisenbahnkreuzung einen Schranken benötigt – die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Zuggeschwindigkeit und den Sichtverhältnissen. In Niederösterreich hat man eine Sicherheitsoffensive gestartet und die Investitionen in Schrankenanlagen erhöht. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber ob das ausreicht, bleibt fraglich.
Christian Gratzer vom VCÖ hebt hervor, dass Aufmerksamkeit und Konzentration beim Überqueren von Eisenbahnkreuzungen von größter Bedeutung sind. Ablenkung und Unachtsamkeit sind oft die Hauptursachen für die Unfälle. Das zeigt auch die Statistik: Von den vier Todesfällen in Österreich im Jahr 2024 waren viele auf menschliches Versagen zurückzuführen, und das Schreckliche ist, dass die Zahl der Toten im Jahr 2010 noch bei 14 lag. Also, Fortschritt ist da, aber der Weg ist noch lang.
Die Situation in Deutschland
Ein Blick über die Grenze zeigt, dass auch in Deutschland die Situation nicht besser ist. An den 16.000 Bahnübergängen im DB-Netz gibt es immer wieder tödliche Unfälle. Bis Ende August 2025 starben bereits 36 Menschen und 188 wurden verletzt. Die Zahl der gefährlichen Übergänge ist seit 2010 um knapp ein Fünftel gesunken, aber die Unfälle stagnieren. DB-Sprecher Achim Stauß betont, dass jeder Unfall zu viel ist und man weiterhin die Zahl der Übergänge reduzieren möchte. Eine Herausforderung, denn die verbleibenden Übergänge sind oft die problematischsten.
Eric Schöne von der TU Dresden sieht kaum Verbesserungen an den bestehenden Bahnübergängen. Er fordert mehr finanzielle Mittel und schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse, um gefährliche Übergänge sicherer zu machen. Technische Sicherungen und Nachwarnsysteme könnten helfen, menschliches Versagen zu minimieren. Denn, Hand aufs Herz – Fehlverhalten im Straßenverkehr ist in über 95% der Fälle die Ursache für die Unfälle.
Ein Blick in die Zukunft
Die Zahlen sind alarmierend. Der Rechnungshof hat zwischen 2017 und 2021 376 Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen von ÖBB, GKB und der Salzburger Lokalbahn dokumentiert, dabei starben 45 Menschen. Die Empfehlung? Eine bessere Sicherung, besonders bei Kreuzungen mit erhöhtem Risikopotenzial. Technische Überprüfungen sollten beschleunigt werden, da bis Ende 2021 weniger als die Hälfte der Kreuzungen kontrolliert wurde. Die Frist zur Überprüfung läuft bis Ende August 2024, aber die Befürchtung ist, dass diese nicht eingehalten werden kann.
Das Risiko, bei einem Unfall auf einer Eisenbahnkreuzung ums Leben zu kommen, ist 14-mal höher als im Straßenverkehr. Die Folgekosten durch Unfälle summieren sich auf horrende 188 Millionen Euro. Hier ist nicht nur schnelles Handeln gefragt, sondern auch eine klare Kostenverteilung zwischen Eisenbahnunternehmen und Straßenerhaltern. In diesem komplexen Geflecht von Verantwortlichkeiten muss dringend Klarheit geschaffen werden.
Der Fall von Alexander Manninger hat uns erneut die Augen geöffnet. Die Sicherheit an Bahnübergängen ist ein Thema, das uns alle betrifft, und es braucht mehr als nur Lippenbekenntnisse, um wirklich etwas zu verändern.