Heute ist der 4.06.2026, und während die Sonne über Salzburg aufgeht, werfen die Herausforderungen im Wiener Pflege- und Gesundheitssystem ihre Schatten. Der Pflege- und Patientinnenanwalt Gerhard Jelinek bringt es auf den Punkt: Die Situation ist angespannt, und das hat Auswirkungen auf all jene, die auf eine angemessene medizinische Versorgung angewiesen sind.
Die Personalsituation in den Spitälern ist alles andere als rosig. Lange Wartezeiten, OP-Verschiebungen und immer wieder auch Behandlungsfehler – das sind die Begleiterscheinungen, die Patientinnen oft in ihrer Not ertragen müssen. Besonders schmerzlich ist der Mangel an Kassenärztinnen in der Allgemeinmedizin sowie in Facharztbereichen, der nicht nur die Kosten für Patientinnen in die Höhe treibt, sondern auch die Qualität der Versorgung leidet. Man fragt sich, wie lange sich das noch so fortsetzen kann. Es ist ein bisschen wie ein Teufelskreis, aus dem man nicht so recht herauskommt.
Die Sorgen der Jüngsten
Ein weiterer Punkt, der zur Besorgnis Anlass gibt, ist die unzureichende medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche. Der Mangel an Kinder- und Jugendärztinnen mit Kassenvertrag ist ein echtes Problem – insbesondere wenn es um Diagnostik und Therapien bei Entwicklungsstörungen geht. Die Wartezeiten auf Operationen, etwa im HNO-Bereich, sind für Kinder besonders bedrückend. Manchmal können sie bis zu zwei Jahre dauern! Das ist, gelinde gesagt, untragbar.
Aber nicht nur die ganz Kleinen leiden. Auch Erwachsene sind von der psychiatrischen Unterversorgung betroffen. Die Situation ist alarmierend, und die Forderungen nach Unterstützung für Long-Covid/ME/CFS-Patientinnen nehmen zu. Jelinek hebt hervor, dass gerade diese Patientinnen oft nur einen Bruchteil der Behandlungskosten von der Sozialversicherung zurückerhalten. Es ist kaum zu fassen, dass die soziale Absicherung für sie unzureichend bleibt, während die Suizidgedanken unter den Betroffenen steigen. Wo soll das nur hinführen?
Die Lage in Pflegeheimen
Wenn wir über die Pflegeheime sprechen, wird es nicht besser. Hier gibt es einen spürbaren Anstieg des Personalbedarfs, und die Rückgänge bei der stationären Behandlung von Long-Covid-Patientinnen sind ebenfalls alarmierend. Immer mehr Pflegeheime haben nicht einmal ständige ärztliche Betreuung vor Ort. Das kann fatale Folgen haben und führt nicht selten zu Notfällen. Jelinek sieht dringenden Handlungsbedarf, um diese Missstände zu beheben.
Und dann sind da noch die politischen Konflikte zwischen Wien und Niederösterreich, die oft zu Beschwerden bei den Patientenanwaltschaften führen. Es ist ein ständiges Ringen um Lösungen, während die Patientinnen im Hintergrund leiden. Die Tätigkeitsberichte der Wiener Pflege- und Patientinnenanwaltschaft sowie der Wiener Heimkommission 2025 werden bald veröffentlicht – vielleicht bringt das Licht ins Dunkel.
Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind groß, die Lösungen scheinen oft in weiter Ferne. Doch während wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen, bleibt die Hoffnung, dass sich die Situation irgendwann bessern wird. Denn eines ist klar: Eine gerechte und menschenwürdige Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Notwendigkeit für unsere Gesellschaft.
