Es gibt Neuigkeiten aus Kärnten, die uns alle etwas angehen. Das Projekt „perspektiven.werk“ hat sich als echter Lichtblick erwiesen. Seit 2024 wird es vom Land Kärnten, SPAR und AMS unterstützt und hat sich das Ziel gesetzt, Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Das besondere daran? Rund 80 Prozent der Teilnehmer haben bereits eine Vollzeitstelle gefunden! Das klingt doch nach einem Erfolg, oder?
Vor kurzem trafen sich Landeshauptmann Daniel Fellner und Vertreter des Projekts in Klagenfurt, um Bilanz zu ziehen. Fellner betonte, dass Arbeit der Schlüssel zur Integration ist. Wenn Migranten in unserer Gesellschaft Fuß fassen, wird Integration um einiges einfacher. Das Projekt kommt also nicht von ungefähr, denn es adressiert auch die Herausforderungen des demografischen Wandels und des Arbeitsmarktes, die uns alle betreffen. In Bereichen wie Pflege, Einzelhandel und Tourismus sind Menschen mit Migrationshintergrund oft unverzichtbar. Das hat auch die Caritas erkannt. Direktor Ernst Sandriesser lobte die hohe Motivation der Teilnehmer – sie organisieren Familie, nehmen lange Anfahrtswege in Kauf und packen motiviert neue Aufgaben an.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Das AMS sieht „perspektiven.werk“ als wichtigen Beitrag gegen den Arbeitskräftemangel. Schließlich eröffnet dieses Projekt nicht nur Migranten neue Perspektiven, sondern unterstützt auch die Betriebe bei der Personalsuche – eine Win-win-Situation! SPAR-Geschäftsführer Andreas Ender hat dies ebenfalls hervorgehoben. Die Suche nach motivierten Fachkräften ist ein zentrales Anliegen, und die praxisnahe Ausbildung von Migranten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es ist eine Art von Integration, die nicht nur die Migranten, sondern auch die Unternehmen bereichert.
Die Zahlen sprechen für sich: Bisher nahmen 52 Personen am Projekt teil, und 80 Prozent fanden bereits eine Anstellung. Das Angebot richtet sich nicht nur an Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, sondern auch an Personen mit Aufenthaltstitel und Arbeitsmarktzugang in Österreich. Dies zeigt, wie wichtig es ist, alle Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Unterstützt wurde das Projekt mit 300.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Kärnten – ein klarer Beweis, dass hier in die Zukunft investiert wird.
Fachkräftemangel – Ein gesamtgesellschaftliches Problem
Doch während Kärnten mit „perspektiven.werk“ ein beachtliches Beispiel für gelingende Integration liefert, sehen wir uns an anderen Orten mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. In Deutschland herrscht ein akuter Fachkräftemangel in vielen Berufen. Die Ursachen sind vielfältig: ein zu geringes Angebot an Fachkräften, demografische Entwicklungen und die Corona-Pandemie, die in vielen Bereichen kurzfristig die Nachfrage verändert hat. Besonders in Handwerks- und Gesundheitsberufen wird die Situation zunehmend angespannt.
In der Zukunft wird sich dieser Engpass voraussichtlich noch verschärfen. Die Bundesregierung hat bereits eine Fachkräftestrategie ins Leben gerufen, um die inländischen Fachkräfte zu stärken und qualifizierte Zuwanderung aus EU- und Drittstaaten zu fördern. Doch trotz dieser Bemühungen bleibt die Integration von zugewanderten Fachkräften eine Herausforderung. Sprachliche Schwierigkeiten und mangelnde Erfahrungen mit der deutschen Arbeitskultur können oft zu Barrieren werden. Das ist ein Punkt, an dem auch in Österreich noch gearbeitet werden muss, um die Attraktivität des Arbeitsmarktes für internationale Fachkräfte zu erhöhen.
Die Entwicklung in Kärnten mit „perspektiven.werk“ könnte ein Beispiel für viele andere Regionen sein, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Integration ist kein einmaliger Prozess, sondern ein kontinuierlicher Weg, der Engagement und Unterstützung von allen Seiten erfordert. Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte noch mehr Fuß fassen und die Gesellschaft insgesamt bereichern.
