Heute ist der 19.05.2026. Es gibt Neuigkeiten aus der Welt der Wirtschaft, die uns hier in Salzburg direkt betreffen. Der Außenhandel Österreichs nimmt langsam wieder Fahrt auf, aber die Rahmenbedingungen sind alles andere als einfach. Die US-Handelspolitik und die Konflikte zwischen den USA, Israel und Iran werfen einen Schatten auf die Weltwirtschaft. Auch wir in Österreich müssen uns anpassen und auf diese Entwicklungen reagieren.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr haben unsere Exporte um nominal 0,5% und real um 1,1% nachgelassen. Doch der Blick in die Zukunft ist nicht ganz so düster. Für 2023 wird ein Anstieg der Exporte um 1,5% prognostiziert, und für 2024 sogar um 2,2%. Aber – und das muss man betonen – die pessimistischen Schätzungen sehen nur ein mickriges Exportplus von 0,3% für dieses Jahr vor. Das Handelsdefizit wird sich in beiden Szenarien leicht verringern, da die Importzuwächse unter den Exportzuwächsen bleiben sollen. Das klingt schon mal besser, oder?
Herausforderungen und Chancen
Die Handelsbilanz hat sich im letzten Jahr um sage und schreibe 8,8 Milliarden Euro verschlechtert, vor allem wegen der gestiegenen Importe. Die Weltwirtschaft konnte 2022 um 3,4% wachsen, doch für 2023 und 2024 wird nur ein moderater Anstieg von 3,1% bzw. 3,2% erwartet. Elisabeth Christen, eine versierte Ökonomin, hebt die Bedeutung der handelspolitischen Signale aus den USA und den fossilen Energieträgern hervor. Man fragt sich, wie lange wir uns von diesen externen Faktoren so beeinflussen lassen müssen.
Ein weiteres Problem sind die möglichen Lieferketten-Probleme, die uns bei einer längeren Sperrung der Straße von Hormuz drohen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das auf die Preise und die Verfügbarkeit von Rohstoffen auswirkt. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Lichtblicke: Wachstumsmärkte wie Indien bieten Österreich Chancen. Das geschätzte Importwachstum von 308 Milliarden USD bis 2029 könnte für unsere Unternehmen im Maschinenbau, bei Industrieanlagen und in den Umwelttechnologien von Bedeutung sein.
Politische Weichenstellungen
Klaus Weyerstraß vom IHS spricht von einer historisch hohen handelspolitischen Unsicherheit aufgrund der US-Importzölle. In Anbetracht dessen ist es erfreulich zu hören, dass es Fortschritte bei Handelsabkommen gibt. Mercosur, Abkommen mit Indonesien und Indien, sowie die Verhandlungen mit Australien sind alles Schritte in die richtige Richtung. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht sich durch die Prognosen bestätigt und betont die Notwendigkeit von Resilienz und Unabhängigkeit.
In diesem Zusammenhang wird die Industriestrategie 2035 immer wichtiger. Sie fokussiert sich auf Schlüsseltechnologien und die europäische Souveränität. Robert Stehrer vom wiiw hat ebenfalls die Energiepreise als entscheidenden Faktor für unseren Standort hervorgehoben. Eine aktiv geförderte, breit angelegte Industriestrategie könnte uns helfen, die Herausforderungen der Zeit zu meistern.
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die wirtschaftlichen Bedingungen entwickeln und welche Maßnahmen getroffen werden, um den Außenhandel zu stabilisieren. Österreich hat die Ressourcen und die Innovationskraft, um in diesen turbulenten Zeiten nicht nur zu überleben, sondern vielleicht sogar zu florieren.