In Salzburg tut sich einiges in der Welt der Lebensmittel! Bei der Entwicklung einer Onlineplattform zur Vernetzung von Akteuren entlang der Lebensmittelkette wird nicht nur an ein nachhaltiges Miteinander gedacht, sondern auch an die Zukunft unserer Ressourcen. Das Projekt „CEFoodCycle“, das von der Universität und Fachhochschule Salzburg in Zusammenarbeit mit Partnern aus Frankreich, Slowenien, Italien und Deutschland ins Leben gerufen wurde, setzt auf innovative Technologien, um Lebensmittelverschwendung gezielt zu reduzieren.
Mit der Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) werden die Lebensmittelströme analysiert, um Abfall zu minimieren und gleichzeitig das Bewusstsein für den Wert von Abfall als Ressource zu schärfen. Das Ziel? Eine nachhaltige Förderung regionaler Kreisläufe, die die Lebensmittelsysteme in der Region stärken und verbessern. So können beispielsweise Bäckereien überschüssige Brezen an Sozialmärkte oder Tafeln spenden, während eine Käserei wie „Woerle“ innovativ Spülwasser in der Landwirtschaft nutzt, um die Ammoniak-Emissionen um bis zu 80% zu reduzieren.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Plattform zeigt nicht nur Einsparungen von Kohlenstoffdioxid, Wasser und Ackerboden an, sondern fördert auch den Wissensaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Die Bedeutung dieser Vernetzung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn Lebensmittelabfälle entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: in Haushalten, Gastronomie, Großküchen und bei der Produktion. Mehr als 1,4 Millionen Euro aus dem EU-Programm „Interreg Alpenraum“ sind bereits nach Salzburg geflossen, Teil eines Gesamtbudgets von 107 Millionen Euro für Projekte in der Alpenregion.
Christina Bauer, die das Interreg-Alpenraum-Programm leitet, hebt hervor, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Konsumenten ist. Dabei wird nicht nur die Sensibilisierung der Bevölkerung für Abfall als wertvolle Ressource betont, sondern auch die Notwendigkeit, digitale Lösungen zu entwickeln, um die Lebensmittelabfälle in der Produktion gezielt zu reduzieren.
Die Zukunft der Kreislaufwirtschaft
Die Fragen, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen, sind drängender denn je. Die Notwendigkeit, den gesamten Lebenszyklus von Produkten zu berücksichtigen, wird in der aktuellen Diskussion zur Kreislaufwirtschaft immer lauter. Dabei stehen neue Geschäftsmodelle und innovative Produktdesigns im Vordergrund, die den Einsatz von Sekundärrohstoffen stärken sollen.
Besonders wichtig ist es, dass bei der Entwicklung von biobasierten Materialien keine Zielkonflikte mit der Nahrungsmittelproduktion entstehen. Auch die Einführung digitaler Lösungen wie Produktpässe und KI-gestützte Recyclingverfahren könnte einen entscheidenden Beitrag zur besseren Rückverfolgbarkeit und effizienteren Nutzung von Materialien leisten. Die gesellschaftliche Akzeptanz ist dabei ein zentraler Faktor für den Wandel zur Kreislaufwirtschaft.
Insgesamt zeigt das Projekt „CEFoodCycle“ eindrucksvoll, wie durch Vernetzung und innovative Ansätze nicht nur Lebensmittelverschwendung reduziert, sondern auch ein Bewusstsein für nachhaltige Praktiken geschaffen werden kann. Salzburg nimmt damit eine Vorreiterrolle ein, die hoffentlich auch in anderen Regionen Nachahmer finden wird.