Heute ist der 4.06.2026 und im malerischen Stoissengraben bei Salzburg haben sich viele Freiwillige zusammengefunden, um einen ganz besonderen Schmetterling zu schützen – den Roten Apollo. Es ist ein beeindruckendes Bild, wenn man sieht, wie sich die Menschen, darunter auch sieben Alpenvereinskinder, mit Schaufeln und Sägen in die Natur stürzen, um den Lebensraum dieses gefährdeten Falters zu bewahren. Es war ein Tag voller gemeinschaftlichem Engagement – und das, wo man doch oft denkt, dass sich niemand mehr für die Natur interessiert. Aber hier, das ist anders.
Der Rote Apollo, ein wunderschöner Schmetterling, ist auf naturnahe, offene und sonnige Lebensräume angewiesen. Diese Lebensräume sind jedoch durch Verbuschung, Aufforstung und Veränderungen in der Landschaftspflege stark bedroht. Man kann sich vorstellen, wie die kleinen Raupen und Falter unter solchen Bedingungen leiden. Die Pflegeeinsätze wie der aktuelle sind also nicht nur sinnvoll, sie sind lebenswichtig! Denn der Schutz des Roten Apollo trägt zum Erhalt eines wertvollen Ökosystems bei, das viele andere Arten beherbergt.
Ein Tag voller Verantwortung und Naturerlebnisse
Der Einsatz im Stoissengraben war nicht nur ein Pflegeeinsatz, sondern auch ein riesiges Naturerlebnis für die Kinder. Sie lernten Verantwortung zu übernehmen, indem sie Futterpflanzen setzten, Raupen zurückbrachten und beim Schneiden und Sägen halfen. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Kleinen mit Eifer dabei waren, das Grün rund um den Hang zu lichten und nachwachsende Triebe zurückzuschneiden. Der Tag war nicht nur ein Event, sondern eine wertvolle Erfahrung, die den Kindern sicher lange in Erinnerung bleiben wird.
Das Tagfalter-Monitoring der Universität Innsbruck, das parallel zu diesen Aktivitäten durchgeführt wurde, zeigte eine Vielzahl beobachteter Arten – darunter auch Distelfalter und Silbergrüne Bläulinge. Unter der fachkundigen Anleitung des Schmetterlingsexperten Otto Feldner entwickelte sich das Gebiet rasch zu einem Hotspot der Artenvielfalt. Und als ob das nicht schon genug wäre, wurde sogar die „Spanische Flagge“, ein geschützter Nachtfalter, gesichtet. Das spricht für die hohe ökologische Qualität des Lebensraums und zeigt, dass die Anstrengungen der Freiwilligen Früchte tragen.
Die Gefährdung des Roten Apollo
Der Rote Apollo selbst steht in den Roten Listen gefährdeter Arten. Die IUCN klassifiziert ihn als gefährdet (Vulnerable), und in Deutschland ist er sogar vom Aussterben bedroht. Das alles macht die Arbeit vor Ort umso wichtiger. In Österreich variiert die Gefährdung von nicht gefährdet bis hin zu ausgestorben. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation verschärft. Der Rückgang der Individuen ist alarmierend: Zwischen 1981 und 2020 sind die Zahlen um 46 bis 96 % gesunken. Lebensraumverschlechterung, Klimaerwärmung und Stoffeinträge sind die Hauptursachen dafür.
Der Rote Apollo ist nicht nur in Österreich bedroht. In vielen europäischen Regionen sieht es ähnlich aus. In Deutschland beispielsweise gibt es nur noch wenige Populationen. Die Vorkommen in den Alpenregionen sind stark in Gefahr, und das hat nicht nur Auswirkungen auf den Falter selbst, sondern auch auf das gesamte Ökosystem.
Ein Lichtblick in der Dunkelheit
Doch es gibt auch positive Entwicklungen. In einigen Gebieten konnten sich Populationen stabilisieren – das gibt Anlass zur Hoffnung. In den letzten Jahren wurden erfolgreiche Wiederansiedlungsversuche durchgeführt, wie am Puy de Dôme in Frankreich. Das zeigt, dass der Schutz solcher Arten möglich ist, wenn die Gemeinschaft zusammenarbeitet und sich engagiert. Der Pflegeeinsatz im Stoissengraben ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass wir uns für die Natur einsetzen.
Der Rote Apollo wird weltweit geschützt, und es ist an der Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen. Die Natur hat das Recht auf unseren Respekt und unsere Fürsorge. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir mit unserem Engagement dafür sorgen, dass auch die nächsten Generationen diesen wunderschönen Schmetterling bewundern können.
