Die Fußballwelt in Österreich ist im Umbruch und SK Rapid Wien steht dabei im Mittelpunkt. Daniela Bauer, die seit dem 1. September 2022 als Geschäftsführerin Wirtschaft beim Traditionsverein tätig ist, hat sich in der SKY-Sendung „Talk & Tore“ zu den aktuellen Entwicklungen geäußert. Am vergangenen Sonntag feierte Rapid einen wichtigen 1:0-Sieg gegen den FC Red Bull Salzburg, der dem Team nicht nur im Titelrennen neue Hoffnung gibt, sondern auch entscheidend für das Selbstvertrauen der Mannschaft ist. Aktuell belegt Rapid den vierten Platz in der Bundesliga und bereitet sich auf das nächste Duell am 4. Mai gegen LASK vor.
Bauer, die aus einer Rapid-Familie stammt und einen sportlichen Hintergrund hat, war sich der Herausforderungen bewusst, die auf sie zukommen würden. Trotz der turbulenten Saison und der hohen Erwartungen der Fans, die nach einer Siegesserie zu Saisonbeginn entstanden, sieht sie das Potenzial für eine positive Wende. Die erste Frau in der Geschäftsführung im österreichischen Fußball betont die enge Zusammenarbeit mit Sportchef Markus Katzer und dem ehemaligen Spieler Steffen Hofmann, um klare Ziele zu setzen und den Verein auf Kurs zu halten.
Neue Wege und innovative Ansätze
Ein zentrales Thema in Bauers Vision für Rapid ist die Einführung einer neuen App namens Safe Now, die den Dialog mit den Fans fördern soll. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Bauer die Bedeutung der Fanbindung hoch einschätzt. Zudem plant sie innovative Ansätze wie ein Smart Stadium, um das Fan-Erlebnis zu verbessern. „Wir möchten Rapid zukunftssicher machen und die Innovationskraft der österreichischen Liga nutzen“, so Bauer.
In einer Zeit, in der die Bundesliga einen neuen TV-Rechtsvertrag mit Sky abgeschlossen hat, der weniger Einnahmen als zuvor bringt, sieht Bauer Potenzial im Sponsoring und Merchandising. Rapid hat bereits durch hohe Transfererlöse, unter anderem durch den Wechsel von Mamadou Sangaré zu RC Lens für 8 Millionen Euro, von sich reden gemacht. Der Verein hat in der letzten Saison einen Rekordumsatz von 61,4 Millionen Euro erzielt, was die wirtschaftliche Stabilität unterstreicht.
Frauen im Fußball – ein schleichender Wandel
Die Herausforderungen in der Führungsetage des Fußballs sind nicht zu unterschätzen. Laut einem Bericht zeigen nur sechs Prozent der Top-Management-Positionen in der Bundesliga und 2. Bundesliga eine weibliche Besetzung. Daniela Bauer ist damit nicht nur eine wichtige Figur für Rapid, sondern auch ein Symbol für den Wandel in einer Branche, die traditionell von Männern dominiert wird. Sie engagiert sich für mehr Diversität im Fußball und plant möglicherweise einen Ableger des Netzwerks „Fußball kann mehr“ in Österreich.
In einem Sport, der oft von hohen Erwartungen und Druck geprägt ist, geht Bauer mit der Devise um, bei sportlichen Misserfolgen mehr Einsatz zu zeigen und wirtschaftliche Entscheidungen unabhängig von sportlichen Ergebnissen zu treffen. Dies zeigt sich auch in der konservativen Planung des Budgets für die nächste Saison, das auf Stabilität ausgerichtet ist.
Mit der bevorstehenden Herausforderung des 350. Wiener Derbys am 10. Mai in Hütteldorf blickt Rapid Wien gespannt in die Zukunft. In einer Zeit, in der die Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit im Fußball an Bedeutung gewinnt, bleibt zu hoffen, dass Bauers Engagement und Vision auch andere inspirieren und die Strukturen im österreichischen Fußball langfristig verändern werden.