In Salzburg brodelt es! Wolfgang Porsche, ja genau der von der Auto-Dynastie, plant den Verkauf der berühmten Stefan-Zweig-Villa, die er erst vor vier Jahren für 8,4 Millionen Euro erwarb. Aktuell könnte er dafür bis zu 12,7 Millionen Euro erzielen. So viel Geld, dass manch einer beim Hören gleich ein wenig schwummrig wird. Was steckt aber wirklich hinter diesem Deal? Und warum sorgt das Projekt für derart viel Aufregung in der Stadt?

Die Villa, in der der berühmte Schriftsteller Stefan Zweig von 1919 bis 1934 lebte, hat eine bewegte Geschichte. Hier entstanden mehrere Hunderttausend Manuskriptseiten, und es fanden große Empfänge statt. Die Atmosphäre muss grandios gewesen sein, wenn man bedenkt, dass sich dort auch Größen wie Thomas Mann und Richard Strauss die Klinke in die Hand gaben. Aber zurück zu Porsche: Er plant, die Villa bis 2025 zu renovieren und mit seiner Familie dort einzuziehen. Klingt nach einem schönen Leben, oder?

Tunnel und Turbulenzen

Um seinem neuen Heim den letzten Schliff zu verleihen, hat Porsche einen privaten Pkw-Tunnel im Sinn – 500 Meter lang und 50 Meter hoch, mit einem Parkplatz für neun Autos direkt vor der Villa. Ein ambitioniertes Vorhaben, das nicht nur Bewunderung, sondern auch heftige Kritik auf sich zieht. Die FPÖ spricht von einem Traditionsfamilien-Aus, während die Bürgerliste eine Rückabwicklung der Dienstbarkeitsvereinbarung für den Porsche-Tunnel fordert. Ingeborg Haller, die Klubobfrau der Bürgerliste, sieht in dem Tunnelprojekt eine Gefahr für die Villa, da es Bodenspekulation und damit eine Steigerung des Wertes fördere.

Politiker wie ÖVP-Klubobmann Wolfgang Mayer äußern Bedenken über eine „linke Neidgesellschaft“ in Salzburg, die erfolgreiche Unternehmer angreift. Zwischen all dem Getöse wird die Stadtregierung von verschiedenen Seiten unter Druck gesetzt. Besonders KPÖ-Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl erinnert an ein Versprechen von Porsche, die Villa teilweise öffentlich zugänglich zu machen. Laut Dankl könnte der Verzicht auf den Tunnel sogar Tausende Lkw-Fahrten in der Linzer Gasse einsparen.

Der Wert der Geschichte

Das Anwesen, das unter Denkmalschutz steht und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, hat nicht nur für Porsche einen hohen Wert. Die Geschichte von Stefan Zweig, der 1934 vor den Nazis floh und 1942 im Exil Selbstmord beging, verleiht der Villa eine besondere Aura. Es gab schon Bestrebungen, in der Villa ein Stefan-Zweig-Museum einzurichten, die jedoch nie verwirklicht wurden. Komisch, dass ausgerechnet der private Tunnel jetzt als Verkaufsargument für das Anwesen angepriesen wird. Ein bisschen wie der berühmte Elefant im Raum, der nicht ignoriert werden kann.

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Die Stadtverwaltung hat zwar bestätigt, dass alles nach Vorschrift abläuft, dennoch bleibt die Frage: Wie viel von dem, was hier geschieht, geschieht im öffentlichen Interesse? Ein Sprecher von Porsche bezeichnet das Tunnelprojekt als „rein privat“, äußert sich jedoch nicht zur möglichen öffentlichen Nutzung. Die Diskussionen um das Tunnelprojekt und den bevorstehenden Verkauf der Villa zeigen einmal mehr, wie wirtschaftliche Interessen und kulturelles Erbe in Salzburg aufeinanderprallen.