Die tickende Zeitbombe der Unternehmensnachfolge in Österreich
In den nächsten Jahren wird es für viele Unternehmen in Österreich ernst. Die Uhr tickt. Laut einer aktuellen Studie von Creditreform Österreich und CH Consult müssen bis 2030 fast 45 Prozent aller Unternehmen eine Nachfolgelösung finden. Das betrifft nicht nur die großen Player, sondern auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Besonders in Oberösterreich und Salzburg stehen mehr als die Hälfte der Betriebe vor der Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Da kommen einem schon ein paar Gedanken: Wer übernimmt, und wie sieht die Zukunft aus?
Es ist nicht nur eine Frage der Nachfolge, sondern auch der Arbeitsplätze. Rund 51.000 Arbeitgeberbetriebe benötigen bis 2029 eine Lösung, was etwa 692.000 Arbeitsplätze betrifft. Das ist eine enorme Zahl, die uns alle betrifft. Unternehmen aus allen Branchen – sei es Industrie, Bau, Handel oder Dienstleistungen – sind betroffen. Und das ist nicht nur ein Problem, das in ein paar Jahren kommt. Auch jetzt schon planen 40 Prozent der Firmen eine familienexterne Nachfolge. Das heißt, sie ziehen einen Verkauf an Investoren oder eine Übernahme durch Management oder Mitarbeiter in Betracht. In manchen Bundesländern liegt der Anteil sogar über 45 Prozent.
Die Rolle der Nachfolge-Taskforce
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde Anfang 2026 die Nachfolge-Taskforce ins Leben gerufen. Diese Initiative wird vom Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftskammer und der Jungen Wirtschaft getragen. Die Taskforce hat das Ziel, die Rahmenbedingungen für Betriebsnachfolgen systematisch zu analysieren. Zehn Experten aus verschiedenen Fachbereichen, darunter Professoren, Unternehmensberater und Mediatoren, setzen sich zusammen, um Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Sie haben die Verantwortung, die Herausforderungen und Chancen der Unternehmensnachfolge zu beleuchten und politische Entscheidungsträger fachlich zu beraten.
Witzigerweise ist der Handlungsbedarf besonders hoch im Bau, im verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistern. Das sind Bereiche, die für unsere Region besonders wichtig sind. Viele Unternehmer merken allerdings nicht, wie dringend sie handeln müssen. Der häufigste Fehler ist, zu spät mit der Nachfolgeplanung zu beginnen. Dabei sollte man diesen Prozess wirklich als langfristige Angelegenheit betrachten. Eine geordnete Übergabe benötigt in der Regel drei bis sieben Jahre Vorlaufzeit. Das klingt vielleicht nach viel, aber in der unternehmerischen Realität vergeht die Zeit wie im Flug.
Familieninterne und externe Nachfolgen
Ein spannender Aspekt ist der Unterschied zwischen interner und externer Nachfolge. Etwa 55 Prozent der Nachfolgen finden innerhalb der Familie statt, während 45 Prozent extern sind. Letzteres kann durch Verkäufe an strategische Käufer, Finanzinvestoren oder durch Management Buy-Outs geschehen. Die Komplexität dieser Übergaben sollte nicht unterschätzt werden. Die steuerliche Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Rechtsform, Übergabeweg und Zeitpunkt – allesamt entscheidende Punkte, die im Vorfeld gut durchdacht sein sollten.
Erstaunlicherweise gibt es auch Programme wie NextGen4Austria, das kostenlose Coaching, Vernetzung und Zuschüsse für externe Beratung bietet. Ein echter Lichtblick in dieser oft etwas trüben Landschaft der Unternehmensnachfolgen! Das zeigt, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, Unterstützung zu finden. Die WKO-Nachfolgebörse vermittelt Übergaben, auch wenn Diskretion dort oft schwer zu wahren ist. Besonders in Tourismusregionen stellt sich die Nachfolgefrage sowohl für den Betrieb als auch für die Immobilie – ein Thema, das viele in unserer schönen Stadt Salzburg betrifft.
Wenn man also über die Zukunft nachdenkt, ist es unerlässlich, die Weichen rechtzeitig zu stellen. Diese Übergabewelle, die zwischen 2025 und 2034 auf uns zukommt, umfasst rund 52.500 Unternehmen. Das sind nicht nur Zahlen, das sind Menschen, die hinter diesen Betrieben stecken, die Arbeitsplätze schaffen und unsere Wirtschaft am Laufen halten. Es ist an der Zeit, dass sich Unternehmer Gedanken über ihren Nachfolger machen – denn die Zeit bleibt nicht stehen, und die Herausforderungen wachsen.
