In der pulsierenden Kunstszene wird die Performance des chinesischen Künstlers und Dissidenten Ai Weiwei in Manchester für Aufregung sorgen. Geplant ist eine 24-stündige Nachstellung seiner Inhaftierung, die im Rahmen der Ausstellung „Button Up!“ Anfang Juli stattfinden wird. Ai Weiwei, der für seine kritischen Werke zur chinesischen Politik bekannt ist, thematisiert in dieser Performance seine 81-tägige Inhaftierung durch das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit im Jahr 2011.
Die Performance mit dem Titel „Sewing a Button“ („Einen Knopf annähen“) wird in einer originalgetreu nachgebildeten Zelle von 7,2 Metern mal 3,6 Metern inszeniert. Besucher haben die Möglichkeit, sich für zweistündige Zeitfenster oder ein 24-Stunden-Ticket zu entscheiden. Ein Teil des Geschehens wird online übertragen, sodass Zuschauer Ai Weiwei beim Schlafen, Essen, Sport treiben, Schreiben oder sogar während seiner Verhöre zusehen können.
Die Ausstellung „Button Up!“
Die Performance ist Teil von Ai Weiweis umfassender Ausstellung „Button Up!“, die sich mit den letzten 200 Jahren globaler Geschichte auseinandersetzt, insbesondere mit den Beziehungen zwischen China und Großbritannien. Diese Ausstellung ist die größte Präsentation des Künstlers in Nordengland und wird von den Themen Handel, Imperium und Ausbeutung geprägt. Sie beleuchtet aktuelle humanitäre und politische Krisen.
In „Button Up!“ werden sowohl neue als auch bestehende großformatige Werke gezeigt, darunter beeindruckende Installationen aus Materialien wie Porzellan, Baumwolle, Glas, Bronze, Knöpfen und Spielzeugsteinen. Jedes dieser Materialien erzählt seine eigene Geschichte von menschlicher Erfindung und Konsum. Besonders hervorzuheben ist die Weltpremiere neuer Werke, wie die „Eight-Nation Alliance Flags“, die aus Millionen von Knöpfen gefertigt sind, sowie eine neue Version von „History Of Bombs“, die vollständig aus Spielzeugsteinen besteht.
Ein Künstler im Widerstand
Ai Weiwei ist nicht nur ein Künstler, sondern auch ein starker Aktivist, der seit vielen Jahren für Menschenrechte und Meinungsfreiheit kämpft. 1994 gründete er die Galerie China Art Archives and Warehouse in Peking, wo er experimentelle Kunst förderte. Sein Schaffen ist stark von der Auseinandersetzung mit der Kulturrevolution und der chinesischen Geschichte geprägt, und er nutzt Pop-Art und Konzeptkunst, um gesellschaftspolitische Themen zu thematisieren.
Sein politisches Engagement brachte ihm jedoch auch wiederholt Repressalien durch die chinesischen Behörden ein. 2011 wurde er am Pekinger Flughafen festgenommen und 81 Tage ohne Anklage inhaftiert. Diese Erfahrung hat nicht nur seine Kunst beeinflusst, sondern auch das internationale Bewusstsein für die repressiven Maßnahmen, die ihm und anderen Dissidenten widerfahren.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie Ai Weiwei mit seiner Performance und der Ausstellung „Button Up!“ die Besucher in Manchester und darüber hinaus bewegen wird. Seine Kunst hat die Kraft, nicht nur zu provozieren, sondern auch zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Missstände anzuregen. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.