In der norditalienischen Region Friaul-Julisch Venetien hat ein tragischer Vorfall das Leben zweier junger Männer gefordert. Am 16. Mai 2026 wurden die Leichen eines 23-jährigen Österreichers und seines 24-jährigen Begleiters, einem in Deutschland lebenden US-Bürger, in einem schwer zugänglichen Berggebiet bei Verzegnis (Provinz Udine) gefunden. Der Vater des österreichischen Wanderers bemerkte, dass der Kontakt zu seinem Sohn und dessen Begleiter seit Freitag abgerissen war, und erstattete eine Vermisstenanzeige. Dieser Schritt war der Beginn einer dramatischen Suche in den Bergen, die unter schwierigen Wetterbedingungen stattfand.
Am Samstag, als die Suche bereits in vollem Gange war, entdeckte ein Hubschrauber des friaulischen Zivilschutzes die Leichen in dem unwegsamen Gelände. Die Bergung war eine echte Herausforderung, da das Gebiet vom Boden aus kaum erreichbar war. Ein Team von rund 20 Einsatzkräften von Bergrettung, Polizei und Feuerwehr war mobilisiert worden, um die Wanderwege zu durchkämmen. Ein erster Hinweis auf den Aufenthaltsort der Vermissten war ihr Motorroller, der am Samstag bei Sella Chianzutan gefunden wurde. Schließlich mussten die Leichen per Seilwinde geborgen werden, was die dramatischen Umstände des Unglücks verdeutlicht.
Die Gefahren der Berge
Die beiden Männer waren auf einem steilen, grasbewachsenen Abschnitt unterwegs, wo sie offenbar das Gleichgewicht verloren und abstürzten. Solche Unfälle sind leider keine Seltenheit, vor allem in den Alpen, wo im Sommer viele Wanderer die Herausforderungen der Natur unterschätzen. In Österreich machen solche Vorfälle fast drei Viertel aller Bergunfälle aus. Oft sind es unerfahrene Wanderer oder solche, die nicht entsprechend ausgerüstet sind, die in Schwierigkeiten geraten.
Die Bergrettung ist in den Alpen stark gefordert. Zwischen Mai und September 2024 wurden in Österreich 3.674 Einsätze verzeichnet, was etwa 200 mehr als im Zehn-Jahres-Schnitt entspricht, aber 500 weniger als im Sommer 2024. Oft rufen Bergsportler die Retter, wenn sie vor Erschöpfung nicht mehr weiter können oder das Terrain unterschätzen. Und das nicht ohne Grund, denn die Berge können, besonders in Zeiten des Klimawandels, unberechenbar und gefährlich sein.
Ein Blick auf die Statistik
In den letzten Jahren gab es in den Alpen viele tragische Berichte über tödliche Abstürze und Steinschläge. Oft sind es Männer über 50, die anstrengende Touren unternehmen und dabei in Gefahr geraten. Jährlich sterben mehrere hundert Menschen beim Bergsport in den Alpen, wobei die Hälfte der Todesfälle auf schwere Unfälle und die andere Hälfte auf medizinische Notfälle entfällt. Die Situation wird durch die veränderten klimatischen Bedingungen noch verschärft. Steinschläge sind ein natürlicher Prozess, der jedoch durch den Klimawandel beschleunigt wird.
Die Bergretter, die meist ehrenamtlich tätig sind und über Pager alarmiert werden, leisten unbezahlbare Arbeit. Ihre Einsätze sind oft mit hohen Kosten verbunden, und in vielen Fällen müssen die geretteten Personen die Kosten selbst tragen, was mehrere Tausend Euro betragen kann. Die Finanzierung der Bergrettung erfolgt durch private Spenden, Mitgliedsbeiträge und staatliche Unterstützung, was zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft in solchen Krisenzeiten ist.
Die schockierende Entdeckung der Leichen in Friaul-Julisch Venetien erinnert uns daran, wie schnell das Vergnügen in den Bergen in ein tragisches Unglück umschlagen kann. Es ist ein weiterer Weckruf, der uns an die Gefahren erinnert, die die majestätischen Alpen in sich bergen. Und während wir weiterhin die Schönheit dieser Landschaft genießen, sollten wir die Risiken nicht vergessen, die mit jeder Wanderung einhergehen.