Die Pflege – ein Thema, das uns alle angeht, auch hier in Salzburg. Der demografische Wandel macht uns einen dicken Strich durch die Rechnung: Immer mehr ältere Menschen benötigen Unterstützung, während gleichzeitig die Zahl der Pflegekräfte nicht mit dem Bedarf mithält. Jetzt wird es Zeit, dass wir uns ernsthafte Gedanken über die Zukunft der Pflege machen. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) hat beim Internationalen Tag der Pflege auf die drängenden Herausforderungen hingewiesen. Das Land Salzburg verfolgt eine klare Strategie, die auf fünf Säulen basiert, um dem Pflegebedarf gerecht zu werden.
Die erste Säule, die stationäre Pflege, ist für viele die letzte Zuflucht. Das ist nicht nur eine Frage der Plätze, sondern auch der Qualität der Betreuung. Die Teilstationären Angebote, mobile Dienste, Übergangspflege und die Unterstützung für pflegende Angehörige sind weitere wichtige Aspekte. Denn, wie Fürweger betont, keine Einzelmaßnahme wird ausreichen, um die komplexen Herausforderungen in der Pflege zu bewältigen. Es braucht ein abgestimmtes Gesamtsystem, das auf die verschiedenen Lebenssituationen der Menschen eingeht. Schließlich möchte jeder, der kann, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben.
Ein Blick über die Grenze
Doch nicht nur in Österreich, auch in Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Der Bedarf an Pflegekräften wird bis 2049 um ein Drittel auf 2,15 Millionen steigen – das ist eine schier unglaubliche Zahl! Im Vergleich zu 1,62 Millionen im Jahr 2019 wird der Mangel an Pflegekräften bis dahin zwischen 280.000 und 690.000 geschätzt. Die Babyboomer-Generation, die in den nächsten Jahren in Rente geht, wird als Haupttreiber dieser Entwicklung angesehen. Sie machen den Großteil der Pflegebedürftigen aus, und die Prognosen zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt.
Im Jahr 2024 wird es in Deutschland bereits 6 Millionen Menschen geben, die 80 Jahre oder älter sind. Das ist ein Anstieg von 432.000 neuen Leistungsempfängern im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen verdeutlichen, wie dringend wir handeln müssen. Der Pflegegrad, der seit 2017 auch leichtere kognitive Einschränkungen erfasst, bringt noch mehr Menschen in die Statistik. Es ist klar, dass wir hier nicht länger wegsehen können.
Der Weg in eine bessere Zukunft
Der Pflegeplan bis 2035 in Salzburg umfasst zahlreiche Maßnahmen: den Bedarfsplan Pflege, die Plattform Pflege III, den Ausbau von Tageszentren und die Weiterentwicklung mobiler Dienste. Ziel ist es, eine regionale, leistbare und qualitativ hochwertige Pflegeversorgung zu schaffen. Doch wie schaffen wir es, mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen? Es braucht Anreize, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine bessere Anerkennung der Pflegekräfte. Die Entlastung der Mitarbeiter ist ein zentraler Punkt, denn ohne sie kann das System nicht funktionieren.
Der demografische Wandel wird auch in den nächsten Jahren nicht aufhören. Wenn wir die Prognosen des Statistischen Bundesamtes für 2050 betrachten, werden wir mit 8,5 Millionen Menschen über 80 Jahre rechnen müssen – das sind über 40 % mehr als heute! Die Herausforderungen sind gewaltig, und die Ungleichverteilung der Pflegebedürftigkeit nach Alter zeigt uns, dass wir sowohl die Pflegekräfte als auch die Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt stellen müssen.
Die Lösung? Ein Mix aus verschiedenen Ansätzen: Personalgewinnung, Stärkung der häuslichen Pflege, quartiersbezogene Pflege und Prävention. Wir müssen die Menschen dazu ermutigen, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und auch neue Wege in der Pflege finden. Der „Zukunftspakt Pflege“ könnte vielleicht der Schlüssel sein, um die drängenden Probleme anzugehen. Wir stehen an einem Wendepunkt – auch hier in Salzburg.