Heute ist der 27.05.2026, und in Salzburg dreht sich alles um unsere kleinen, scheuen Freunde – die Rehkitze. Jedes Frühjahr, wenn die Landwirte ihre Wiesen mähen, liegen die süßen Tierchen im hohen Gras und sind für Mähmaschinen oft unsichtbar. Genau hier kommt die Rehkitzrettung Lungau ins Spiel, ein ehrenamtlicher Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, diese kleinen Wesen vor dem Mähtod zu bewahren. Michael Doppler, der Obmann des Vereins und passionierter Drohnenpilot, weiß nur zu gut, wie wichtig ihre Arbeit ist. „Wir erhalten laufend Rückmeldungen von Landwirten, die uns Kitzfunde melden, was zeigt, dass unser Einsatz nicht umsonst ist“, sagt er mit einem Lächeln.
Die Rehkitzrettung Lungau hat für ihre Einsätze vier Drohnen im Einsatz. Doch die Herausforderung ist groß, denn nicht jedes Kitz kann gefunden werden. Bei schlechtem Wetter – wie es oft vor sonnigen Tagen vorkommt – stapeln sich die Felder auf der Arbeitsliste. Die Suche beginnt bereits um 4:30 Uhr, denn vor Sonnenaufgang ist die Effizienz am höchsten. Allerdings können Nebel oder Wolken die Drohnensuche schnell erschweren. Neueste Technik ist dabei unerlässlich, weshalb ein neuer Scheinwerfer angeschafft wurde, um die Effizienz auch bei schwierigen Bedingungen zu erhöhen. Und auch die Sonnenstrahlen bringen so ihre Tücken mit sich: Sie verändern das Wärmebild und machen die Identifikation der Kitze schwierig.
Die Technik der Rettung
Drohnen mit Wärmebildkameras haben sich als wahre Helden in der Kitzrettung etabliert. Sie erkennen die Körpertemperatur der Kitze, die sich von der Umgebungstemperatur abhebt – das macht sie sichtbar, selbst wenn sie sich flach auf den Boden drücken. In Deutschland werden jährlich bis zu 100.000 Rehkitze durch Mähmaschinen getötet oder schwer verletzt. Das Bundesministerium für Landwirtschaft fördert seit 2021 die Anschaffung geeigneter Drohnen für eingetragene Vereine, um diesen Verlust zu minimieren. Die Rehkitzrettung Lungau nutzt dieses Programm, um ihre Technik kontinuierlich zu verbessern.
Ein typischer Ablauf der Rehkitzrettung sieht so aus: Zuerst wird mit dem Landwirt abgestimmt, dann wird die Flugroute geplant. Die Drohne fliegt systematisch über das Feld, und sobald ein Kitz gesichtet wird, wird es markiert. Ein Bodenteam wird über Funk dorthin geleitet, um das Kitz zu sichern. Doch auch hier gibt es Herausforderungen, denn es besteht das Risiko, dass die Geiß ihr Kitz zurück ins Feld bringt, bevor es gerettet werden kann. Die gute Kommunikation zwischen Pilot, Landwirt und Helfern ist dabei entscheidend.
Herausforderungen und Lösungen
Die Bodenteams müssen oft weite Strecken zurücklegen, was Zeit und Konzentration erfordert. Größere Kitze haben die Angewohnheit, vor den Helfern wegzulaufen. Das ist nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch eine mentale – man muss immer auf der Hut sein! Und ganz ehrlich, es ist nicht immer einfach, die Nerven zu behalten, wenn man weiß, dass jede Minute zählt. Zudem gibt es strenge Vorschriften: Landwirte sind verpflichtet, vor der Mahd Schutzmaßnahmen zu ergreifen, und Geldstrafen wurden bereits verhängt, wenn dem nicht nachgekommen wird.
Die Rehkitzrettung Lungau bietet ihre Dienste kostenlos für die Landwirte an. Wer also helfen möchte, kann sich gerne melden! Kontaktmöglichkeiten sind einfach: Ein Anruf unter „0681/20719840“ oder eine E-Mail an kitzrettung.lungau@gmail.com – die Helfer freuen sich über jede Unterstützung. Und mit den vereinfachten Regeln für den Drohneneinsatz, die ab November 2024 gelten, wird die Kitzrettung noch effektiver. Wer weiß, vielleicht wird der nächste Einsatz noch viel erfolgreicher!
