Am Samstagabend war es wieder soweit: Die Salzburger Berge erstrahlten zur Feier der Sommersonnenwende. Zahlreiche Menschen pilgerten in die Höhen, um das traditionelle Edelweiß im Schneekar, nach einem Jahr Pause, neu zu erleben. In der Dunkelheit leuchtete es hell und war von weitem sichtbar. Man konnte das feierliche Treiben förmlich spüren – Musik, fröhliche Gesichter und die einladenden Bierbänke trugen zur ausgelassenen Stimmung bei.

Die Kinder tobten beim Fußballspielen, während sich die Erwachsenen auf Decken niederließen, um die Atmosphäre zu genießen. Alle warteten gespannt auf die magischen, traditionell beleuchteten Berggipfel, die in der kürzesten Nacht des Jahres einfach zauberhaft aussehen. In Saalfelden wurde das „Edelweiß in der Schneegrube“ mit bis zu 800 Fackeln von der Feuerwehr inszeniert. Letztes Jahr war die Enttäuschung groß – die Schneemangel hat das Feuer verhindert. Heuer jedoch war das Wetter auf unserer Seite: Kaum Sommergewitter, und die Gipfel leuchteten in voller Pracht.

Ein Fest für die Sinne

Es war einfach großartig! Laut Feuerwehr brannten in diesem Jahr etwa 500 Sonnwendfeuer, alle unter Kontrolle. Das knisternde Geräusch des Feuers mischte sich mit dem Gelächter der Besucher. Einige Anrufer setzten Notrufe ab, weil sie die Tradition nicht kannten – ein bisschen kurios, oder? Doch das machte die Sache nur noch interessanter. Die Aufregung und die Freude über diese jahrhundertealte Tradition waren deutlich spürbar.

Und während die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, wurde die Nacht von den Bergfeuern erhellt. In vielen Regionen, nicht nur in Salzburg, werden solche Bergfeuer und Sonnwendfeuer entzündet. Diese Tradition hat tief verwurzelte historische Wurzeln, die bis heute nicht vollständig geklärt sind. Sie sind auch mit dem Johannistag am 24. Juni verbunden, der genau sechs Monate vor Weihnachten liegt und die Sommersonnenwende markiert.

Ein Kulturerbe mit Geschichte

Die Herz-Jesu-Feuer in Tirol beispielsweise stammen aus der Zeit der Napoleonischen Kriege und sollten die Tiroler im Kampf gegen die Franzosen vereinen. Solche Bräuche werden oft von Vereinen im Alpenraum organisiert und sind mehr als nur ein Feuer – sie sind ein Fest der Gemeinschaft. Um die Dämmerung entzündet, brennen diese Feuer etwa 90 Minuten lang und ziehen Menschen aus nah und fern an.

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Seit 2010 sind die Bergfeuer zur Sommersonnwende sogar immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe. So viel Tradition in einer einzigen Nacht! Oftmals finden rund um die Feuer Feste mit traditionellen Tänzen und Umzügen statt – eine wunderschöne Gelegenheit, sich zu versammeln und gemeinsam zu feiern. Termine für die Sonnwendfeuer und Bergfeuer für 2026 sind bereits in den Kalendern vieler Menschen vermerkt, auch wenn sie bei Schlechtwetter oder Brandgefahr um eine Woche verschoben werden können.

In jedem Fall bleibt die Sommersonnenwende eine Zeit des Feuers, des Lichts und der Freude. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!