Salzburgs Straßen im Wandel: Ein Schritt zur Gerechtigkeit und Erinnerung
In der Stadt Salzburg tut sich einiges, und das nicht nur hinter den Kulissen der Festspiele. Bis 2028 plant die Stadt, fünf Straßen umzubenennen, die nach Personen benannt sind, die eng mit dem NS-Regime verwoben waren. Eine Historikerkommission hat sich bereits intensiv mit den Verflechtungen der Namensgeber beschäftigt und empfiehlt insgesamt 13 Umbenennungen. Diese Maßnahme ist ein Schritt, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu wahren und den Straßenraum gerechter zu gestalten. Viele Anwohner der betroffenen Straßen haben bereits ein Schreiben von der Stadt erhalten – ein erstes Zeichen, dass sich etwas bewegt.
Ein aktueller Amtsbericht gibt den Zeitplan für die Umbenennungen vor, der jedoch noch im Gemeinderat beschlossen werden muss. Es sieht ganz danach aus, als könnte eine Mehrheit aus den Stadtregierungsparteien SPÖ, KPÖ und der grünen Bürgerliste zustande kommen. Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) hat angekündigt, dass nicht mehr als ein bis zwei Straßennamen pro Jahr geändert werden. Das klingt nach einem behutsamen, aber trotzdem nötigen Vorgehen. Im April 2025 hat die erste Umbenennung bereits stattgefunden: Die Heinrich-Damisch-Straße heißt nun Helene-Thimig-Straße und erinnert an eine bedeutende Persönlichkeit der österreichischen Kulturgeschichte.
Die nächsten Schritte
Die weiteren Umbenennungen sind bereits terminiert. Im Dezember 2026 wird die Josef-Thorak-Straße in Helene-von-Taussig-Straße umbenannt, gefolgt von der Hans-Pfitzner-Straße, die im Mai 2027 zur Anna-Reindl-Straße wird. Im Oktober 2027 wird die Erich-Schenk-Straße in Elsa-Bienenfeld-Straße umbenannt, und im März 2028 wird die Resatzstraße in Irma-Rafaela-Toledo-Straße umgetauft. Schließlich wird in der zweiten Jahreshälfte 2028 auch die Erich-Landgrebe-Straße in Maria-Johanna-Sedelmaier-Straße umbenannt. Diese Schritte sind Teil eines größeren Plans, der bereits 2013 beschlossen wurde: Bei Straßenumbenennungen soll bewusst darauf geachtet werden, Frauen zu bevorzugen. Immerhin sind nur vier Prozent aller Verkehrsflächen in Salzburg nach Frauen benannt – ein Zustand, der nicht nur antiquiert ist, sondern auch dringend einer Korrektur bedarf.
Die Historikerkommission hatte 2021 einen 1.100 Seiten starken Abschlussbericht vorgelegt, der die Rollen von 66 „braunen“ Straßennamenspaten untersuchte. Unter den verbleibenden sieben hoch belasteten Personen finden sich Namen wie Herbert von Karajan, Ferdinand Porsche und Tobias Reiser. Diese Umbenennungen sind nicht nur symbolisch, sondern auch ein Akt der historischen Aufarbeitung und des Gedenkens.
Die Stadt Salzburg übernimmt übrigens die Kosten für die Anwohner, die durch die Adressänderungen oder neue Autobeschriftungen entstehen. Das zeigt, dass man sich der Verantwortung bewusst ist und den Betroffenen entgegenkommt. Die kommenden Jahre werden spannend sein, denn wie sich die Stimmung in der Bevölkerung entwickelt, wird sich zeigen. Ob es zu einer breiteren Diskussion über weitere Straßenumbenennungen kommt? Das bleibt abzuwarten. Die Stadt hat sich auf einen Weg begeben, der lange überfällig ist, und wir können gespannt sein, welche neuen Namen bald durch die Straßen Salzburgs hallen werden.
