Die Alterung der Bevölkerung ist ein Thema, das uns alle betrifft – ob wir wollen oder nicht. Es ist wie ein Schatten, der sich über unsere Gesellschaft legt. Mit einer steigenden Lebenserwartung und gleichzeitig sinkenden Geburtenraten wird die Zahl der Betreuungsbedürftigen immer größer. Das bedeutet, dass viele Familien sich mit einer Herausforderung konfrontiert sehen, die oft unvorbereitet kommt. Zelmira Nickel, die Fachgruppenobfrau-Stv. der Personenbetreuer in der WK Salzburg, hat das gut auf den Punkt gebracht: Es geht jeden etwas an. Fragen, die oft aufkeimen, sind: Wie organisiert man die Betreuung? Welche Unterstützung gibt es, und was muss man finanziell bedenken? Gerade Unternehmer und Selbstständige haben oft wenig Zeit, um sich in diesem Dschungel von Informationen zurechtzufinden.
Um hier Klarheit zu schaffen, wurde eine neue Informations-Hotline ins Leben gerufen. Diese Hotline soll schnelle Antworten auf die Fragen von Familien und Betreuungsagenturen bieten. Angelegenheiten wie rechtliche Änderungen oder die professionelle Arbeitsweise von Betreuern können so schnell und unkompliziert geklärt werden. Die Hotline wird vom Ausschuss der Fachgruppe der Personenbetreuer betrieben und ist ein wichtiger Schritt, um die Qualität und Bedeutung der Personenbetreuung sichtbar zu machen. Die Hotline ist mittwochs von 10 bis 12 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr erreichbar. An diesen Tagen stehen Evelyn Fidler und Zelmira Nickel bereit, um Fragen zu beantworten.
Die Zahlen sprechen für sich
<pMan könnte jetzt denken, das betrifft doch nur eine Handvoll Menschen – weit gefehlt! Im Dezember 2021 waren in Deutschland bereits knapp 5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Über 80 % dieser Menschen wurden zu Hause versorgt. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit dem Thema Pflege auseinandersetzen. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen sind Frauen, und das Risiko, selbst pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter. Bei den über 90-Jährigen sind sogar 87 % betroffen. Das sind Zahlen, die einem schon mal einen Schauer über den Rücken jagen können.
Die Zunahme der Pflegebedürftigen von 2,2 Millionen im Jahr 2007 auf fast 5 Millionen im Jahr 2021 ist nicht einfach so entstanden. Ein Teil dieser Zunahme ist das Resultat eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der 2017 eingeführt wurde. Diese Entwicklung ist nicht nur in Deutschland zu beobachten; auch in Österreich spüren wir die Auswirkungen dieser demografischen Veränderungen. Who can blame us, dass wir uns da etwas überfordert fühlen?
Ein Blick in die Zukunft
Die Prognosen zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Immer mehr Menschen werden Unterstützung brauchen – sei es von Angehörigen oder durch professionelle Pflegekräfte. Bereits heute gibt es in Deutschland rund 814.000 Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, wobei 82 % Frauen sind. Die meisten dieser starken Frauen haben Abschlüsse als Altenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpflegerin. Und auch in Österreich sind die Zeichen der Zeit klar: Der Bedarf an Pflege wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.
Und was bedeutet das für uns? Nun, es bedeutet, dass wir uns mit dem Thema Pflege nicht nur beschäftigen sollten, wenn es uns direkt betrifft. Es ist klug, sich frühzeitig zu informieren und die Optionen zu kennen, die es gibt. Die neue Hotline ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn es manchmal schwerfällt, man sollte das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Denn eines ist sicher: Es betrifft uns alle.