Es gibt Momente im Leben, die uns prägen – und es gibt Menschen, die uns für immer begleiten. Alfons Haider hat beides erlebt, insbesondere durch seine Mutter Anna, die im Jahr 2023 von uns ging. In seinem bewegenden Buch „Meine Mama, die Löwin“ erzählt er von ihrer tiefen Verbindung und dem Einfluss, den sie auf sein Leben hatte. Haider beschreibt sie als starke Persönlichkeit, die ihm in schwierigen Zeiten zur Seite stand und ihm Werte wie Loyalität, Treue und Humor mit auf den Weg gab. Besonders eindrucksvoll ist, wie sie ihn während seines Coming-outs unterstützte, auch wenn es anfangs nicht ganz einfach war. Der größte Konflikt zwischen den beiden war schließlich das Unverständnis für seine Entscheidungen, doch die Liebe überwand alle Hürden.
In den letzten Jahren litt Anna an einer Krankheit, die ihre Kraft minderte. Alfons pflegte sie liebevoll, auch wenn er sich oft einsam fühlte. Diese Zeit war für ihn eine Herausforderung, die er jedoch nicht bereut. „Ich hab alles gegeben“, sagt er, und das spürt man in seinen Worten. Der Tod seiner Mutter ließ ihn über das eigene Leben und die Vergänglichkeit nachdenken. Diese Gedanken sind auch Teil seines Buches, das sich an Menschen richtet, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Haider ermutigt dazu, die Zeit mit geliebten Menschen zu schätzen – ein wertvoller Hinweis in unserer schnelllebigen Welt.
Eine Bühne für Emotionen
Alfons Haider ist nicht nur ein talentierter Schauspieler und Musicaldarsteller, sondern auch ein gefühlvoller Mensch. Nach seinem beeindruckenden Werdegang, der ihn auf große Bühnen und in internationale TV-Serien führte, hat er sich seit 2021 als Intendant der Seefestspiele Mörbisch einen Namen gemacht. Aktuell spielt er die Hauptrolle Zaza in der Musical-Komödie „Ein Käfig voller Narren“. Hier vereinen sich seine schauspielerischen Talente mit der Fähigkeit, Emotionen authentisch zu transportieren – eine Fähigkeit, die er auch in seinem Buch zum Ausdruck bringt.
Die Erinnerungen an seine Mutter, die ihn in seiner Kindheit stets unterstützte, fließen in seine künstlerischen Arbeiten ein. Diese Verbindung zwischen persönlichem Erleben und beruflichem Schaffen ist etwas, das viele Künstler kennen. Haider hat das Glück, seine Erfahrungen in einer Form auszudrücken, die andere berührt. Seine Kunst ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Spiegel seiner Seele.
Ein Aufruf zur Verbundenheit
„Meine Mama, die Löwin“ ist mehr als nur ein Buch über Verlust und Trauer; es ist ein Aufruf zur Verbundenheit. Haider spricht die Leser direkt an und lädt sie ein, über ihre eigenen Beziehungen nachzudenken. In einer Zeit, in der wir oft in unseren eigenen Welten gefangen sind, erinnert er uns daran, wie wichtig es ist, Zeit mit unseren Liebsten zu verbringen. Es sind die kleinen Momente, das Lachen, die Tränen und die gemeinsame Zeit, die letztlich zählen.
Alfons Haider hat mit seinem Werk ein Stück seines Herzens geteilt, und das ist etwas, das uns alle erreicht. Die Botschaft ist klar: Liebe und Unterstützung sind das Fundament, auf dem wir unser Leben aufbauen. Und so bleibt uns nur eines zu tun: die Zeit mit den Menschen zu genießen, die uns wichtig sind.