Hitze im Krankenhaus: Ein Weckruf für dringend benötigte Klimaanlagen
Die Sommerhitze hat uns fest im Griff, und das nicht nur draußen, sondern auch in unseren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. In Österreich haben viele Spitäler nicht die nötige Klimatisierung, was vor allem für die vulnerabelsten Gruppen wie Kinder und ältere Menschen eine echte Herausforderung darstellt. Daniel von Langen von der Ärztekammer hat das klar auf den Punkt gebracht: Investitionen in Klimaanlagen sind „unerlässlich“. Schließlich ist es nicht nur unangenehm, sondern kann auch die Patientenversorgung erheblich beeinträchtigen.
Gerald Mjka von der Gewerkschaft vida weist darauf hin, dass in nicht klimatisierten Patientenzimmern Temperaturen von bis zu 30 Grad erreicht werden können. Da bleibt einem die Luft weg! Und das hat direkte Auswirkungen auf die Betreuung, die dann dringend erhöht werden muss. Ein Teufelskreis, der nur mit umfassenden Maßnahmen durchbrochen werden kann. Aktuell ist unklar, wie viele Krankenhäuser tatsächlich klimatisiert sind; eine Erhebung dazu ist jedoch in Arbeit.
Notwendige Maßnahmen für Hitze-Management
Besonders in Pflegeheimen wird die Hitze zum Problem. Die Einrichtungen setzen oft auf Verdunkelung und Lüften, um die Temperaturen erträglich zu halten. Doch das ist nicht immer genug. Verschiedene Krankenhäuser haben unterschiedliche Strategien zur Hitzeeindämmung entwickelt: Kühlsysteme, Beschattung und sogenannte „Cooling-Zones“ sind dabei nur einige der Ansätze. In der Steiermark beispielsweise gibt es gesetzliche Vorgaben für Raumkühlungen, während in Niederösterreich und Kärnten an vielen Standorten Kühlsysteme vorhanden sind.
Es wird immer lauter nach Sofortmaßnahmen gerufen. Organisationen wie Greenpeace und WWF fordern ein „Notfallpaket“, das unter anderem kostenlosen Zugang zu öffentlichen Bädern und Verkehrsmitteln ab 35 Grad umfasst. In Wien gibt es bereits viele kostenlose Wasserzugänge – ein kleiner Lichtblick in der Hitze! Die Caritas hat ihr Hitzepaket erweitert und bietet Unterstützung für besonders betroffene Menschen an. Und das ist auch bitter nötig: Bei großer Hitze ist es wichtig, genug zu trinken (1,5 bis 3 Liter täglich!) und auf Alkohol sowie große Mahlzeiten zu verzichten. Das Sportministerium warnt zudem eindringlich vor intensiver Bewegung im Freien.
Die Rolle des Klimawandels
Der Klimawandel macht sich bemerkbar, und die Sommer werden heißer – das ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine traurige Realität. Studien zeigen, dass sich die Anzahl der Hitzetage seit den 1950er Jahren verdreifacht hat. Kliniken müssen sich dem anpassen und gute Arbeitsbedingungen für ihr Personal schaffen. Dazu gehört auch ein vernünftiger Hitzeschutz. Besonders ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Patienten mit bestimmten Erkrankungen benötigen besondere Aufmerksamkeit.
Einige Krankenhäuser setzen bereits auf Maßnahmen wie Temperaturkontrolle, ausreichende Flüssigkeitsversorgung und Kühlungsmöglichkeiten. Auch die Schulung des Personals ist entscheidend, denn nur so können hitzebedingte Notfälle besser gemanagt werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat im Juli 2023 einen Hitzeschutzplan vorgestellt, der kurzfristigen Schutz und langfristige strukturelle Verbesserungen in den Fokus rückt. Ein guter Schritt, denn die Hitze wird uns nicht so schnell wieder loslassen!
Regionale Unterschiede und Herausforderungen
In Salzburg beispielsweise liegt die minimale Mortalitätstemperatur (MMT) bei 17,6 °C. Das bedeutet, dass alles über dieser Temperatur das Sterberisiko erhöht. Gerade in der Hitzewelle ist das beunruhigend, denn die Belastungen nehmen zu. Die neuen Modelle zur Abschätzung hitzebedingter Todesfälle zeigen, dass die Schätzungen höher sind als zuvor, aber mit internationalen Studien vergleichbar. Die Wissenschaftler versuchen, die Auswirkungen von Hitze besser zu verstehen, um den Menschen helfen zu können.
Regional gibt es Unterschiede, und die neuen statistischen Modelle sollen dazu beitragen, die Zusammenhänge zwischen gefühlter Temperatur und Sterblichkeit besser zu erfassen. Das ist wichtig, denn eine gute Vorbereitung kann Leben retten. Die Datenlage wird immer besser, und das ist ein Hoffnungsschimmer in dieser drückenden Sommerhitze. Doch wie lange bleibt uns noch Zeit, um die nötigen Maßnahmen zu ergreifen? Der Sommer ist noch lang, und wir müssen wachsam bleiben.
