Heute ist der 23.05.2026 und in Salzburg wird es lebendig! Im Salzburger Landestheater stehen die Vorbereitungen für die Premiere von Gioachino Rossinis „Il viaggio a Reims“ an. Ein einaktiges „Dramma giocoso“, das für die Krönung von Karl X. komponiert wurde, und das, obwohl es nach der Uraufführung 1825 am Pariser Théâtre-Italien kaum mehr Beachtung fand. So ist es ein bisschen wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund, der nach Jahren der Abwesenheit plötzlich wieder auftaucht.

Die Handlung selbst spielt in einem Kurhotel in Plombières-les-Bains. Hier warten die Gäste auf ihren Transport zur Krönung, doch die Pferde bleiben aus – eine ungewollte, aber ziemlich amüsante Situation. Die Figuren, die vom Regisseur Barrie Kosky inszeniert werden, scheinen ständig in Bewegung zu sein, als ob sie den Drang nach Unterhaltung und Ablenkung verkörpern. Und das haben sie auch nötig, denn die Mischung aus Emotionen wie Sympathie, Eifersucht und Enthusiasmus sorgt für ordentlich Aufregung!

Ein Fest der Stimmen

Besonders erwähnenswert ist die Besetzung: Cecilia Bartoli als Madama Corinna überzeugt mit ihren Arien, während Tara Erraught als Madame Cortese leidenschaftlich ihre Stimme erhebt. Mélissa Petit, die als Contessa di Folleville auftritt, zeigt beeindruckende Koloraturfähigkeiten – ein wahrer Ohrenschmaus! Und wie könnte man die anderen herausragenden Stimmen vergessen? Marina Viotti, Misha Kiria und viele weitere Talente bringen die Bühne zum Leuchten. Die Leitung des Chœur de l’Opéra de Monte-Carlo und Les Musiciens du Prince — Monaco unter Gianluca Capuano sorgt zusätzlich für klare Klangbilder und emotionalen Ausdruck. Der Mann hat wirklich ein Gespür dafür, wie man Rossinis Musik zum Leben erweckt.

Das Bühnenbild von Rufus Didwiszus ist wirklich ein Augenschmaus. Die Hotel-Lobby, der Flur und der Bankettsaal werden zum Schauplatz für die turbulente Handlung. Die Kostüme von Victoria Behr erinnern an die Aristokratie des frühen 19. Jahrhunderts und verleihen der Inszenierung einen Hauch von Eleganz. Die gesamte Atmosphäre ist durchzogen von Witz, Drive und einem Schuss Slapstick – im Einklang mit Rossinis Musik, die besonders in den kraftvollen Ensemblenummern brilliert.

Ein zeitloses Vergnügen

Es ist faszinierend, dass „Il viaggio a Reims“ trotz seines ultrakonservativen Anlasses so viel Humor und Leichtigkeit ausstrahlt. Barrie Kosky nutzt die minimale Handlung, um eigene Geschichten und Perspektiven zu entwickeln – ein cleverer Schachzug, der das Publikum zum Schmunzeln bringt. Die Oper spielt mit nationalen Klischees und den Konventionen der italienischen Oper und zieht die Zuschauer in ihren Bann. Die Wiederentdeckung des Manuskripts in Rom 1977 und die erste Wiederaufführung in Pesaro 1984 haben dazu beigetragen, dass dieses Werk wieder ins Rampenlicht gerückt ist. Ein echter Schatz der Operngeschichte!

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Wenn die Vorhänge für die Premiere fallen, wird sich zeigen, wie das Publikum auf diese zeitlose Komödie reagiert. Die Vorfreude ist greifbar! Wer weiß, vielleicht erleben wir hier ein neues Kapitel in der Geschichte von „Il viaggio a Reims“. Ein Abend voller Musik, Emotionen und – ganz wichtig – jede Menge Spaß!