Dorfhelden im Rampenlicht: Erneuerung und Gemeinschaft im Fokus des „Forums Dorf & Stadt“
Am vergangenen Wochenende fand in Höflein/Bruck an der Leitha das mit Spannung erwartete „Forum Dorf & Stadt“ statt. Organisiert von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, lockte die Veranstaltung rund 700 Interessierte aus ganz Niederösterreich an. Die Atmosphäre war lebhaft, und es roch förmlich nach frischen Ideen und neuer Energie für die ländlichen Gemeinschaften. Workshops zu Themen wie Digitalisierung, Ortskernentwicklung, Kultur und Tradition sowie Bürgerbeteiligung standen auf der Agenda. Der Fokus lag unübersehbar auf der Erneuerung von Dörfern und Städten – ein dringendes Anliegen in einer Zeit, in der viele Treffpunkte in den Dörfern zunehmend weniger werden.
Besonders beeindruckend war die Auszeichnung von über 100 „Dorfheldinnen“ und „Dorfhelden“, die für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt wurden. Die Nominierung dieser engagierten Persönlichkeiten erfolgte durch Bürgermeister und Vizebürgermeister, und unter den Ausgezeichneten waren sogar zwei 16-Jährige, die mit ihrem Einsatz ein Zeichen setzten. Pernkopf betonte in seiner Rede: „Die Kraft der kleinen Einheit ist die Stärke Niederösterreichs.“
Projekte und Förderungen im Fokus
In den letzten drei Jahren wurden stolze 900 Projekte zur Erneuerung bewilligt, mit einer Förderung von jeweils 2.500 Euro im Rahmen der Aktion „Stolz auf unser Dorf“. Diese Mittel sind nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt und die Nachbarschaftshilfe, die als zentrale Erfolgsfaktoren in den Dorfgemeinschaften gelten. Das zeigt sich auch in den 855 aktiven Vereinen, die seit 2023 einen Zuwachs von 200 verzeichnen konnten. Über 30.000 aktive Mitglieder engagieren sich in diesen Vereinen – eine echte Gemeinschaft, die zeigt, wie viel Zusammenhalt und Herzblut in den ländlichen Regionen steckt.
Aber warum ist das alles so wichtig? In einer Zeit, in der immer weniger Räume für Begegnungen vorhanden sind, wird die Belebung der Dorfgemeinschaften zu einer entscheidenden Herausforderung. Die Fördermaßnahme „Soziale Dorfentwicklung“, die 2015 ins Leben gerufen wurde, zielt genau darauf ab. Sie unterstützt Dorfgemeinschaften dabei, vorhandene Potenziale zu nutzen und neue Ideen zu entwickeln. Projekte wie „Gemeinsam Aktiv“ in Nüsttal oder „Uni vor Ort“ in Greifswald zeigen, wie vielfältig die Ansätze sind, um das soziale Miteinander zu stärken und neue Treffpunkte zu schaffen. Und das alles ist nur ein Teil der vielen Initiativen, die bundesweit mit bis zu 125.000 Euro gefördert wurden.
Ein Blick in die Zukunft
Die Historie der Dorferneuerung in Österreich ist beeindruckend – über 15.000 Projekte in mehr als 40 Jahren und ein Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro sprechen für sich. Doch es bleibt noch viel zu tun. Die anwesenden Abgeordneten und Bezirkshauptleute, unterstützt von Bürgermeister Otto Auer und seinem Team, sind sich einig: Die Herausforderungen, die Krisen mit sich bringen, sind auch Chancen. Es gilt, das Beste für die Menschen vor Ort umzusetzen und kreative Lösungen zu finden. Die Zukunft der Dörfer hängt von einem starken, engagierten Miteinander ab.
In dieser bunten Mischung aus Tradition und Innovation spiegelt sich die Seele der ländlichen Regionen wider. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Dynamik weiterentwickelt und welche neuen Projekte in den kommenden Jahren ins Leben gerufen werden. Denn eines ist klar: Die Dörfer und Städte sind lebendiger denn je und bereit, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.
