Digitale Gewalt und Wohnungsnot: Herausforderungen und Lösungen beim 75. Österreichischen Städtetag
Heute ist der 12.06.2026 und in Leoben findet der 75. Österreichische Städtetag statt – ein Event, das man einfach nicht verpassen sollte. In einer Zeit, in der die digitale Welt und der Alltag immer mehr miteinander verwoben sind, wird hier ein besonders spannendes Thema aufgegriffen: Digitale Gewalt. Der Arbeitskreis „Digitale Gewalt – analoge Folgen“ bringt Expertinnen und Experten zusammen, um die weitreichenden Auswirkungen dieser Form von Gewalt auf den Alltag zu diskutieren, insbesondere für Frauen und Minderheiten. Keynote-Speakerin Ingrid Brodnig bringt es auf den Punkt: „Um politisch und gesellschaftlich aktiv zu bleiben, braucht es starken Einsatz.“
Der Städtetag bietet eine Plattform für Dialog und Austausch. Jörg Leichtfried, Staatssekretär im Innenministerium, hebt die Bedeutung von Aufklärung und Prävention hervor. Ines Schiller, die Bürgermeisterin, und weitere Diskutanten wie Alina Zachar und Susanne Lackner werden unter Moderation von Barbara Haas ihre Perspektiven einbringen. Es ist klar, dass hier nicht nur geredet, sondern auch gehandelt werden muss.
Die Herausforderung des Wohnens
Doch nicht nur digitale Gewalt steht auf der Agenda. Der Arbeitskreis „Die Zukunft des Wohnens – leistbar, sozial und klimaresilient“ beschäftigt sich mit den drängenden Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Die steigenden Preise und der Bedarf an klimafreundlichem Wohnraum sind aktuelle Themen, die Stefan Moser in seiner Keynote anspricht. Er fordert eine engere Zusammenarbeit innerhalb der EU, um die Wohnungskrise gemeinsam zu bewältigen. Diskutanten aus der Kommunal- und Wohnungspolitik, moderiert von Wolfgang Gerlich, werden weitere Perspektiven beleuchten.
Eine umfassende Lösung ist gefragt, und die Diskussionen versprechen, anregend und aufschlussreich zu werden. Denn es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen in unseren Städten unter dem Druck des Wohnungsmarktes leiden – und das wird sich nicht von selbst ändern.
Effizienz und Energie
Im Arbeitskreis „Effizienter Energie- und Rohstoffeinsatz“ steht der Übergang zur Kreislaufwirtschaft im Fokus. Keynote-Speakerin Eva Gerold spricht über die entscheidende Rolle von Energiespeichern für die Energiewende. Roland Pomberger wird zudem die Notwendigkeit des Ausbaus von Sekundärrohstoffen betonen. Es wird deutlich: Nachhaltigkeit ist nicht nur eine Modeerscheinung, sondern eine Notwendigkeit für unsere Zukunft.
Zur Abrundung des Tages wird es am Nachmittag Fachexkursionen und -besichtigungen geben, die den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, direkt vor Ort zu lernen und zu erleben. Und für alle, die nicht vor Ort sein können: Ein Livestream der Veranstaltung wird auf www.staedtetag.at/livestream angeboten.
Gesellschaftliche Verantwortung
Parallel dazu wird sich der Bundestag am 25. März 2026 mit der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen befassen. In einer Aktuellen Stunde wird ein fraktionsübergreifender Aufruf nach mehr Schutz und einem entschiedenen Einsatz gegen analoge und digitale Gewalt laut. Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig und Bundesfamilienministerin Karin Prien betonen die Dringlichkeit, Plattformbetreiber in die Verantwortung zu nehmen und ein zeitgemäßes Strafrecht zu etablieren. Die Problematik ist umfassend: Laut Prien ist das Dunkelfeld sexualisierter und partnerschaftlicher Gewalt eine Realität, die nicht ignoriert werden darf.
Die Stimme der Gesellschaft ist gefragt, und es wird deutlich, dass Gesetze allein nicht ausreichen. Bündnis 90/Die Grünen fordern eine Veränderung der gesellschaftlichen Kultur, während die Linke ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einfordert. Es wird spürbar, dass der Wille zur Veränderung existiert, aber auch der Druck, die richtigen Schritte zu unternehmen.
In einem Kontext, in dem digitale und analoge Gewalt immer mehr verschmelzen, zeigt sich, dass sowohl lokale als auch nationale Initiativen dringend notwendig sind. Der Städtetag in Leoben könnte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein – für eine sicherere und gerechtere Gesellschaft.
