In Österreich ist die Angst vor Altersarmut weit verbreitet. Man könnte fast sagen, die Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter sind zum Volkssport geworden. Laut einer aktuellen Studie der bank99 befürchten 53 % der Befragten, im Alter in die Armut abzurutschen. Besonders Frauen sind betroffen – 60 % von ihnen machen sich Gedanken über ihre finanzielle Zukunft im Ruhestand. Aber auch bei den Männern sind mit 55 % die Bedenken nicht zu vernachlässigen. Besonders ausgeprägt ist diese Unsicherheit unter den 30- bis 49-Jährigen, wo ganze 68 % der Befragten Zweifel haben, ob ihre Ersparnisse im Alter ausreichen werden.

Die gute Nachricht? Rund 53 % der Österreicher:innen haben bereits Maßnahmen zur privaten Altersvorsorge ergriffen. Dennoch fühlen sich viele, etwa 50 %, von der Vielzahl an Vorsorgeprodukten überfordert. Das Thema wird oft als zu abstrakt oder zeitlich zu weit entfernt empfunden. Es ist fast schon ein Teufelskreis: 44 % glauben, zu spät mit der Vorsorge begonnen zu haben. Besonders unter den 40- bis 49-Jährigen sind es sogar 53 %. Ein Drittel der Befragten sieht die Altersvorsorge als eines der wichtigsten Sparmotive an.

Ein Blick auf die Zahlen

Überraschend ist, dass im Schnitt 288 Euro pro Monat für den Ruhestand zurückgelegt werden. Aber wie viel sparen die Menschen wirklich? In Salzburg beispielsweise sind es nur 208 Euro – im Vergleich zu Vorarlberg, wo die Leute mit 422 Euro das meiste sparen. Man könnte sagen, die Salzburger haben andere Prioritäten. Für 43 % der Befragten ist die staatliche Pension die Hauptstütze, wobei nur 47 % genau wissen, wie hoch diese in Zukunft sein wird. In Niederösterreich setzen 48 % auf die staatliche Pension, während im Burgenland nur 23 % darauf vertrauen.

Die Männer scheinen risikofreudiger zu sein, wenn es um Investitionen geht. 37 % von ihnen investieren in Wertpapiere, während nur 21 % der Frauen diesen Schritt wagen. Auf der anderen Seite setzen Frauen häufiger auf klassische Sparformen – 39 % bevorzugen diese. Die Gründe für die zurückhaltende private Altersvorsorge sind vielfältig: Ein zu niedriges Einkommen wird von 43 % als größte Hürde genannt, besonders bei Frauen (48 %). Weitere Hindernisse sind wirtschaftliche Unsicherheit und konkurrierende finanzielle Prioritäten.

Die Realität der Pensionisten

<pWie sieht es aber mit den Pensionisten aus? 69 % der bereits pensionierten Personen geben an, finanziell gut über die Runden zu kommen und ihren Lebensstandard zu halten. Besonders erfreulich ist der hohe Anteil in der Steiermark (77 %) und Kärnten (73 %). Doch es gibt auch einen Schatten: 48 % der Pensionist:innen sorgen sich, ob ihre Bezüge langfristig ausreichen werden. In Salzburg sind es 58 % – eine Sorge, die viele nicht loslassen können.

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Die Herausforderungen, vor denen die ältere Generation steht, sind nicht zu unterschätzen. Die Notwendigkeit einer Einkommensübertragung von der jüngeren an die ältere Generation wird immer deutlicher. Das Alterssicherungssystem in Österreich ist komplex und wird durch demografische Veränderungen zusätzlich belastet. Die OECD berichtet, dass in einigen Ländern die Zahl der Menschen ab 65 Jahren pro 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren bis 2050 auf 52 steigen könnte. Das Umlagefinanzierte System, das in vielen Ländern vorherrscht, könnte durch diese Entwicklung schwer belastet werden.

Weltweit zeigt sich ein Trend: Länder mit einem starken Mehrsäulenmodell, wie die Niederlande oder Dänemark, können sich besser auf die Herausforderungen des demografischen Wandels einstellen. Dort ist die Altersvorsorge nicht nur eine Frage des persönlichen Sparens, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung. In Deutschland, wo das System historisch gewachsen ist, kämpfen die Menschen zunehmend mit der finanziellen Absicherung im Alter, besonders ohne ergänzende Vorsorge. Es ist also an der Zeit, neue Wege zu denken und die Altersvorsorge nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich zu betrachten.