Heute ist der 5.07.2026 und es gibt Neuigkeiten aus dem Rettungsdienst in Salzburg. Der Salzburger Landesrechnungshof hat das Österreichische Rote Kreuz Salzburg gelobt. Ein positives Signal, das die harte Arbeit der vielen engagierten Mitarbeiter anerkennt. Schließlich gibt es keinen Hinweis auf missbräuchliche Verwendung öffentlicher Gelder oder organisatorische Mängel im Rettungsdienst. Das klingt doch schon mal gut, oder? Aber wie so oft, gibt es auch einen Wermutstropfen: Der Bericht weist auf den zunehmenden Druck bei der Finanzierung des Rettungswesens hin.

Sabine Tischler, die Geschäftsführerin des Roten Kreuzes in Salzburg, sieht den Bericht als eine Bestätigung der täglichen Mühen ihrer Mitarbeiter. „Wir geben unser Bestes, und das wird jetzt auch offiziell anerkannt“, sagt sie. Allerdings schlägt der Bericht auch Alarm: Die Hilfs- und Rettungsdienste verursachen bereits seit Jahren Verluste im siebenstelligen Bereich. Ein echtes Problem, das nicht ignoriert werden kann. Um diese Fehlbeträge auszugleichen, mussten Rücklagen in den Jahren 2023 und 2024 aufgelöst werden. Das kann ja nicht der Weg sein, auf dem wir weitermachen wollen.

Finanzierung und Qualitätsstandards auf dem Prüfstand

Doch was passiert als Nächstes? Das Rote Kreuz und das Land Salzburg arbeiten an Lösungen, die auch die zukünftige Finanzierung sichern sollen. Ein zentraler Punkt ist ein Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse bis 2028. Hier wird auch die automatische Valorisierung der Rettungsbeiträge zur Sprache gebracht, um eine langfristig gesicherte Finanzierung zu gewährleisten. Gleichzeitig wird kritisiert, dass es an verbindlichen Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen zwischen dem Land Salzburg und dem Roten Kreuz mangelt. Das ist ein Punkt, den man nicht einfach unter den Tisch kehren sollte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Hilfsfristen, die als Qualitätsindikator gelten. In der Stadt Salzburg wird der Zielwert von 15 Minuten eingehalten, während in Pongau und Lungau die Fristen teilweise überschritten werden. Um die Reaktionszeiten zu verbessern, wurde das First-Responder-System ausgebaut. Das klingt nach einer sinnvollen Maßnahme – schnelle Hilfe ist schließlich das A und O.

Kritik und Verbesserungspotenzial

Die Dokumentation von Einsatzzeiten hat ebenfalls Verbesserungspotenzial. Es wurden bereits Maßnahmen zur automatisierten Erfassung umgesetzt, dennoch gibt es noch Raum für Optimierung. Die Empfehlungen des Rechnungshofes richten sich nicht nur an das Rote Kreuz, sondern auch an die Landesregierung – die Aufsicht über die Rettungsorganisation sollte strenger werden, heißt es. Tischler sieht die Zusammenarbeit mit dem Land positiv, erkennt jedoch, dass hier noch Luft nach oben ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein großer Schritt zur Entlastung der kommunalen Haushalte ist die neue Kostenverteilung für Rettungs- und Krankentransporte. Bisher trugen die Gemeinden 72% der Kosten – ein enormer Betrag. In Zukunft werden die Gemeinden nur noch 40% übernehmen, während das Land 60% der Kosten trägt. Eine Entlastung, die viele Bürgermeister aufatmen lässt. Bisher hätte die alte Regelung die Gemeinden mit 50 Millionen Euro belastet. Jetzt gibt es Planungssicherheit mit einem festen Beitrag bis 2030, der durchschnittlich 19,50 Euro pro Einwohner beträgt.

Die Reform wird nicht nur die Kostenstruktur verändern, sondern auch die Organisation des Rettungs- und Notarztdienstes. So wird die Anzahl der Notarzteinsatzfahrzeug-Stützpunkte von 32 auf 21 reduziert. Gleichzeitig wird die Anzahl der Rettungswagenstützpunkte auf 86 erhöht. Das First-Responder-System soll in den Gemeinden eingeführt werden, und auch die Flugrettung wird ausgebaut – Hubschrauber sollen rund um die Uhr einsatzbereit sein. Eine spannende Zeit für das Rettungswesen in Salzburg, die sowohl Entlastungen als auch organisatorische Veränderungen mit sich bringt.

Die Umsetzung der Reform ist bis Frühjahr 2027 geplant. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden und Rettungsorganisationen weiterhin so eng bleibt. Aber eines ist sicher: Die Herausforderungen sind groß, und die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut man diese meistern kann.