In einer Welt, in der Nachhaltigkeit und Recycling immer mehr an Bedeutung gewinnen, gibt es in Salzburg spannende Entwicklungen, die sowohl ökologisch als auch ästhetisch beeindrucken. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Teppichproduktion, die aus Abfällen von Seidensaris entsteht. Hier werden die Reste der Sari-Herstellung in Handarbeit zu einzigartigen Teppichen verarbeitet. Das klingt nicht nur gut, sondern trägt auch zur Reduzierung von Textilabfall bei, der in Deutschland jährlich eine erschreckende Menge von 391.752 Tonnen erreicht. In diesem Kontext wird die Arbeit von Pujan und Reza Khodai besonders relevant, die das Familienunternehmen vor 40 Jahren gegründet haben, nachdem ihr Vater aus dem Iran nach Österreich geflüchtet ist.

In zwölf Produktionsstätten in Indien, wo die Teppiche entstehen, werden die Reste der Sari-Produktion aufgetrennt, zerfasert und zu feinen Teppichseiden versponnen. Diese Methode ermöglicht nicht nur individuelle Farbschattierungen und Designs, sondern sorgt auch dafür, dass jeder Teppich ein Unikat ist. Die handgesponnenen Garne bringen eine natürliche Changierung mit sich. Ein Standardteppich hat etwa 1,3 Millionen Knoten und besteht zu 95 bis 98 Prozent aus reiner Seide – das ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Zeichen für die nachhaltige Nutzung von Ressourcen.

Handwerk mit Leidenschaft

Die Produktion ist kleinteilig organisiert und jeder Teppich braucht die Hingabe von 25 bis 30 Personen. Gute Löhne sind dabei ein wichtiges Anliegen, um die Mitarbeiter langfristig zu halten. Immerhin sollen die Menschen, die hinter diesen Kunstwerken stehen, auch ein gutes Leben führen können. Ein Recycling-Seidenteppich benötigt etwa 4,5 kg Seidengarn pro Quadratmeter und wird in der Regel innerhalb von 60 bis 90 Tagen in die EU geliefert. Die Kunden werden über den nachhaltigen Wiederverwertungsprozess informiert – und das ist wichtig, um das Bewusstsein für solche Produkte zu schärfen.

Doch die Teppichproduktion ist nicht das einzige Beispiel für kreative Nachhaltigkeit. Das Berliner Label Malimo hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kleidungsverschwendung zu vermeiden. Gegründet von Johannes und Isabel, entstand die Idee während einer zweijährigen Weltreise. Sie fertigen Wende-Bomberjacken aus alten indischen Saris, die sie direkt in Indien als B-Ware erwerben. Jede Jacke ist ein Unikat – mit einem Seidenanteil von bis zu 70 Prozent und individuellen Mustern und Farben. Das zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch stylisch und einzigartig sein kann.

Die Zukunft des Upcyclings

In kleinen Familienschneidereien in Indien wird mit viel Liebe und persönlichem Kontakt zu den Schneider*innen gearbeitet. Malimo setzt zudem auf recyceltes Verpackungsmaterial und pflanzt für jeden Verkauf zehn junge Bäume in Kooperation mit Eden Projects. Das sind Schritte in die richtige Richtung, um den Planeten ein Stück weit zu retten. Die Philosophie des Upcyclings – also das Wiederverwenden von vorhandenen Materialien – gewinnt immer mehr an Fahrt. Im Textilhafen der Berliner Stadtmission, einem ehemaligen Industriekomplex, werden gespendete Kleidungsstücke sortiert und in Secondhand-Läden verkauft oder gelangen in einen Materialpool für Upcycling-Labels. Hier wird, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, aus Altem Neues geschaffen.

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Mit der Übernahme von WaterToWine durch Ana Stamenkova im Jahr 2022 zeigt sich, dass die Idee des Upcyclings immer wieder neu interpretiert werden kann. Das Label, das seit 2013 besteht, zielt darauf ab, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig kreative Mode zu bieten. Die Nachhaltigkeit des Upcyclings wird immer wichtiger, insbesondere im Vergleich zur energie- und wasserintensiven Herstellung neuer Textilien. So wird aus einem Problem eine Chance – und das ist in der heutigen Zeit mehr als nur erfreulich.