Die Salzburger Pfingstfestspiele haben wieder einmal ihre Pforten geöffnet und mit einer bemerkenswerten Inszenierung von Claudio Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ aufgewartet. Was diese Aufführung so besonders macht, ist die exklusive Verwendung von Marionetten durch die Mailänder „Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli“. Diese kleinen Holzfiguren scheinen fast lebendig zu sein – sie gehen, gestikulieren, knien, umarmen und bewegen sogar ihre Münder. Ein echtes Spektakel für die Sinne!
Das eigens aufgestellte Marionettentheater, das mit einer kleinen Guckkastenbühne ausgestattet ist, schafft eine intime Atmosphäre. Die barocke Felsküste und der steinerne Innenraum eines Palastes bilden die Kulisse für Odysseus’ Heimkehr. Zwölf unsichtbare Spieler ziehen die Fäden von oben und bringen die Marionetten zum Leben. Doch Achtung: Die Sichtbarkeit der Figuren ist für die weiter hinten sitzenden Besucher eingeschränkt. Man sitzt schon ganz schön im Schattensitz, aber die Musik – oh mein Gott, die Musik!
Ein Fest für die Ohren und Augen
Begleitet wird die Aufführung von einem Gesangsensemble und dem Monteverdi Choir, die überwiegend aus dem Orchestergraben singen. Vito Priante brilliert als Titelheld, während Sara Mingardo als Penelope und Arianna Vendittelli als Minerva überzeugen. Massimo Altieri gibt Telemaco, und auch die anderen Sänger wie Alessandro Ravasio und Raffaele Giordani tragen zur emotionalen Tiefe dieser Vorstellung bei.
Diese Koproduktion mit der Opéra de Monte Carlo unter der Leitung von Gianluca Capuano, der auch am Cembalo und der Orgel spielt, sorgt für einen frischen und mitreißenden Ausdruck menschlicher Gefühle. Die alten Instrumente von „Les Musiciens du Prince-Monaco“ verleihen der Aufführung einen besonderen Klang. Und die stehenden Ovationen am Ende sprechen Bände – das Publikum war begeistert!
Cecilia Bartoli und das Thema Reisen
Ein ganz anderes, aber ebenso spannendes Thema wird von der großartigen Cecilia Bartoli in den Mittelpunkt gerückt. Sie stellt das Reisen während der Salzburger Festspiele in den Fokus – und dabei steht Rossinis „Il viaggio a Reims“ im Mittelpunkt. Eine skurrile Reisegesellschaft, die in einem Provinzhotel strandet, ist das Herzstück dieser Oper. Sie erzählt von Liebeleien, Eifersucht und den verrückten Charakteren, die das Leben so lebenswert machen.
Die Thematische Erkundung reicht von Schiffsreisen bis hin zu Bartolis künstlerischer Reise, die sie als Abenteuer voller Überraschungen beschreibt. 2026 wird sie die Rolle der Dichterin Corinna in Rossinis Oper übernehmen, und die Inszenierung von Barrie Kosky und Gianluca Capuano verspricht einen musikalischen Rausch auf historischen Instrumenten. Das wird sicher ein Highlight!
Das Salzburger Marionettentheater
Und während wir über Marionetten sprechen, sollte das Salzburger Marionettentheater nicht unerwähnt bleiben. Es unterscheidet sich von anderen Theatern durch seine Hauptdarsteller: die Puppen. Die Puppenspieler:innen, die über der Bühne stehen, nutzen eine spezielle Spieltechnik, die weltweit einzigartig ist. Es ist wirklich eine Kunstform für sich, und das Theater wurde sogar in den Kreis des immateriellen UNESCO Kulturerbes aufgenommen. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Geschick und Leidenschaft in dieser Form des Puppen- und Figurentheaters steckt. Diese Tradition wird nicht nur bewahrt, sie erblüht geradezu!
Die Salzburger Pfingstfestspiele 2026 haben also viel zu bieten – von fesselnden Marionetteninszenierungen über Bartolis künstlerische Reisen bis hin zu den klassischen Klängen Monteverdis. Wer hier nicht hinschaut, verpasst wirklich etwas ganz Besonderes!
