Im Herzen von Salzburg, im beeindruckenden DomQuartier, wird derzeit eine ganz besondere Ausstellung präsentiert. Unter dem Titel „LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi“ wird an das Leben und Wirken des heiligen Franziskus erinnert, und das auf eine Art und Weise, die sowohl den Geist als auch die Sinne anspricht. Bis zum 2. November 2026 können Besucher in die faszinierende Welt des Franziskanerordens eintauchen und die zahlreichen Exponate bewundern, die aus Franziskanerklöstern, Museen und von privaten Sammlern stammen. Es ist nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein Ort des Dialogs und der Gemeinschaft.

Eine „Ansprech-Ecke“ lädt dazu ein, direkt mit aktiven Ordensmitgliedern ins Gespräch zu kommen. Hier stehen rund 81 Gesprächspartner bereit, um Fragen zu beantworten. Egal ob aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz – hier wird der Austausch großgeschrieben. Manchmal fühlt es sich an, als würde man in eine andere Zeit eintauchen, während man den Geschichten lauscht, die von den Ordensbrüdern und -schwestern erzählt werden. Als ob man selbst Teil dieser Gemeinschaft wäre, die mit einem herzlichen „Pace e bene“ aufwartet.

Einblicke in das franziskanische Leben

Die Exponate sind so vielfältig wie das Leben des Franziskus selbst. Da wäre zum Beispiel das Pansymphonikon von Pater Peter Singer aus dem Jahr 1845, das aus dem Salzburger Franziskanerkloster stammt. Oder die Violín de tacuara, eine einzigartige Bambusgeige aus Bolivien – kein Wunder, dass man beim Blick auf diese Stücke ins Staunen gerät! Auch Alltagsgegenstände, wie ein hölzerner Tragebehälter aus dem Kapuzinerkloster Bruneck, erzählen ihre eigene Geschichte und geben Einblicke in die bescheidenen Lebensumstände der Ordensmitglieder.

Und dann ist da noch das beeindruckende Ölgemälde „Schuhflickender Franziskaner“ aus dem 19. Jahrhundert, das fast so wirkt, als wolle es die Lebensfreude und die Hingabe des heiligen Franziskus einfangen. Betteln als Markenzeichen des Ordens? Ja, das gehört dazu! Der Austausch von Heiligenbildchen und die Begegnung mit den Menschen sind zentrale Elemente des franziskanischen Lebens. Bruder Antonio Caulin hat zum Beispiel die Artenvielfalt in Venezuela dokumentiert – eine beeindruckende Leistung, die zeigt, wie eng der Orden mit der Schöpfung verbunden ist.

Ein Fest der Sinne und der Spiritualität

Die Ausstellung zeigt nicht nur Kunstwerke, sondern auch eine Vielzahl von Gebrauchsgegenständen und Schrifttum, die vom Mittelalter bis zur Gegenwart reichen. Ein mittelalterliches Psalmenbuch von Königin Elisabeth von Portugal, verziert mit kunstvollen Miniaturen, lässt die Herzen der Kunstliebhaber höher schlagen. Auch die Raritäten, wie die franziskanischen Gebetsbücher aus dem späten 13. bis frühen 14. Jahrhundert, sind ein echter Blickfang – vielleicht hat nicht nur der heilige Franziskus, sondern auch der heilige Bernhardin von Siena sie in den Händen gehalten?

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Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat die Aktualität der Botschaft des heiligen Franziskus in einer von Krisen und Konflikten geprägten Welt betont. Die Themen der Ausstellung sind dabei von großer Relevanz: Einklang mit der Schöpfung, Verzicht auf Überfluss und Luxus sowie der Dienst an den Armen – das sind Werte, die auch heute noch von Bedeutung sind. In einer Zeit, in der so viele von uns nach Sinn und Gemeinschaft suchen, bietet die Ausstellung einen Raum, um darüber nachzudenken und sich inspirieren zu lassen.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen kulturellen Schatz im Nordoratorium des Salzburger Doms nicht entgehen lassen. Denn hier wird nicht nur Geschichte lebendig, sondern es öffnet sich auch ein Fenster zu den Werten und der Spiritualität des heiligen Franziskus.