Am 12. Juni 2026 fand im Salzburger Volksgarten ein ganz besonderer Event statt: der Inklusionslauf „One Mile for a Smile“. Und obwohl das Wetter alles andere als einladend war – Regen und kühle Temperaturen hielten die Teilnehmer nicht davon ab, für einen guten Zweck zu laufen. Die Irrsdorfer Dorfgemeinschaft war mit über 60 Mitgliedern stark vertreten und zeigte damit, wie viel Herz und Zusammenhalt in der kleinen Gemeinschaft steckt. Ein Grund für die Teilnahme waren zwei junge Mädchen aus Irrsdorf, die an ME/CFS, einer schweren chronischen Erkrankung, leiden. Für sie und viele andere, die unter dieser unberechenbaren Krankheit leiden, wurde gelaufen.

Der Inklusionslauf hatte das Ziel, auf ME/CFS aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln – und das mit Erfolg! Die Irrsdorfer Dorfgemeinschaft konnte beeindruckende 1700 Euro sammeln, die an die WE&ME-Stiftung der Wiener Bäckerfamilie Ströck gehen. Diese Stiftung fördert die biomedizinische Forschung zu ME/CFS, die seit rund 40 Jahren in der Forschung zurückbleibt. In Österreich gibt es bis heute kein zugelassenes Medikament. Das ist eine schockierende Tatsache, besonders wenn man bedenkt, dass ME/CFS überwiegend junge Menschen betrifft und oft nach viralen Infekten wie Covid oder Influenza auftritt.

Ein Blick auf die Forschung

Die Situation rund um ME/CFS ist komplex, und die Stimmen, die eine bessere Unterstützung für die Betroffenen fordern, werden immer lauter. Ehemaliger Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach bezeichnete die Lage im Sommer 2025 sogar als „Staatsversagen“. Die finanziellen Mittel für die Forschung sind unzureichend, und das hat fatale Folgen. Eine Studie, die im Mai 2025 veröffentlicht wurde, schätzt die jährlichen Kosten für Long COVID und ME/CFS in Deutschland auf satte 63,1 Milliarden Euro für das Jahr 2024. Davon entfallen über 30 Milliarden Euro allein auf ME/CFS. Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, wie dringend die Forschung angekurbelt werden muss.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Betroffene kaum Unterstützung im Gesundheits- und Sozialsystem erhalten. Es wird geschätzt, dass rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an ME/CFS oder Long COVID leiden, und die Zahl steigt weiter an. In den letzten Jahren sind die Fälle um 60 bis 160 Prozent im Vergleich zu den präpandemischen Schätzungen gestiegen. Es ist also kein Wunder, dass die Gemeinschaft der Betroffenen selbst aktiv werden möchte, um die Forschung zu unterstützen. Kleine Beiträge pro Kopf könnten helfen, die dringend benötigte Forschung zu finanzieren.

Gemeinsam stark für die Forschung

Die Irrsdorfer Dorfgemeinschaft hat mit ihrer Teilnahme am Inklusionslauf einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die gesammelten Spenden sind ein Zeichen des Miteinanders und der Hoffnung – Hoffnung auf mehr Forschung, bessere Diagnosen und vielleicht eines Tages auch eine Therapie. Die ME/CFS-Forschung steht unter enormem Druck, denn die bisherigen Förderstrukturen sind alles andere als optimal. Ein Aufruf zur Spende ist unerlässlich, denn ohne finanzielle Mittel wird es schwierig, die Situation zu verbessern. Auch Kinder können erkranken, und jeder einzelne Fall ist ein Fall zu viel.

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Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Menschen auf das Thema aufmerksam werden und sich für die Betroffenen stark machen. Denn letztendlich ist es das gemeinsame Engagement, das den Unterschied macht und dazu beitragen kann, dass die Forschung endlich vorankommt. Ein Lichtblick könnte die Unterstützung durch die Familie und Freunde der Betroffenen sein, die oft einen großen Unterschied machen können.