Grenzenlose Dimensionen: Das X-Reality-Lab in Salzburg eröffnet neue Horizonte der Kunst
Heute ist der 20.06.2026 und an der Universität Mozarteum in Salzburg wird fleißig an der Zukunft gearbeitet. Das X-Reality-Lab, unter der Leitung von Innovationsforscher und Kulturmanager Christopher Lindinger, steht kurz vor seiner Eröffnung. Mit einem beeindruckenden sechseckigen Grundriss und großzügigen 165 Quadratmetern Fläche, die bis zu acht Meter hoch sind, werden hier Grenzen überbrückt – und das nicht nur in der Raumgestaltung. Fünf Wände und der Boden sind mit hochmodernen 3D-Projektoren ausgestattet, während ein ausgeklügeltes Lautsprechersystem ein immersives Erlebnis verspricht. Diese technische Raffinesse wird dem Publikum die Möglichkeit bieten, in neue Dimensionen der Kunst einzutauchen.
Aktuell befindet sich das X-Reality-Lab in der technischen Endphase, die Kalibrierung läuft auf Hochtouren und bald werden Künstler ihre kreativen Inhalte produzieren. Die Eröffnung findet zwischen dem 24. und 26. September im Rahmen des Festivals „Staging Realities“ statt, das in Zusammenarbeit mit dem Halleiner Multimedia-Festival Schmiede organisiert wird. Ein spannendes Event, das nicht nur das Lab vorstellt, sondern auch ein neues Kapitel in der Verbindung von Kunst und Technologie aufschlägt.
Ein Ort der Erneuerung
Die Errichtung des X-Reality-Labs wurde mit stolzen 2,5 Millionen Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt. Diese Investition zeigt, wie ernst es der Region mit der Förderung innovativer Kunstformen ist. Ein weiteres Highlight ist das neue Masterstudium „Immersive Arts and Digital Narratives“, das hier seinen Platz finden wird. Studierende werden die Gelegenheit haben, neue Erzählformen im Kontext technologischer Innovationen zu erkunden. Lindinger selbst hebt hervor, dass im X-Reality-Lab die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum verschwinden – ein aufregendes Konzept, das das Publikum aktiv einbeziehen will.
Ein wichtiges Element des Labs ist die modulare Open-Source-Plattform MozXR, die speziell für die immersive digitale Kunst entwickelt wurde. Die Begeisterung ist bereits international spürbar, denn Institutionen aus aller Welt zeigen großes Interesse an MozXR und den damit verbundenen Möglichkeiten. Vor der offiziellen Eröffnung wird zudem eine Kooperation zwischen dem Mozarteum, dem Ars Electronica und den Salzburger Festspielen initiiert, um im Rahmen des Projekts „The Living Archive“ eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schlagen.
Ein Blick in die Zukunft
Im August werden interessante Rundgänge angeboten, die die Überwindung von Zeitgrenzen thematisieren. Hier wird erlebbar, wie Vergangenheit und Zukunft miteinander verwoben werden können. Zudem ist ein Dialog mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) geplant, der sicherlich fruchtbare Ergebnisse liefern wird. Nicht zu vergessen ist die internationale Dimension des X-Reality-Labs, das durch das Efre-Programm der EU kofinanziert wird und das Mozarteum in der globalen Kunstszene positioniert.
In der Gaming-Industrie ist die erweiterte Realität (X-Reality) bereits Standard, während sie in der klassischen Musik und Kunst noch in den Kinderschuhen steckt. Lindinger plädiert deshalb für einen reflektierten Umgang mit diesen neuen Technologien, der weit über reines Entertainment hinausgeht. Ein kluger Ansatz, der zeigt, dass die Verbindung von Kunst und Technologie nicht nur aufregend, sondern auch bedeutsam sein kann.
