Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl wird am 29. Juni 2026 im Petersdom mit dem ehrwürdigen Rangabzeichen „Pallium“ ausgezeichnet. Dieses Ereignis findet während des Hochfestes der Apostel Peter und Paul statt – ein Termin, der für die katholische Kirche und die Gläubigen von großer Bedeutung ist. An diesem besonderen Tag wird Papst Leo XIV. die Pallien segnen und sie den neuen Kirchenleitern umlegen. Was für eine Ehre!

Das Pallium, das etwa fünf Zentimeter breite Band aus weißer Lammwolle, ist nicht einfach nur ein Stück Stoff. Es ist bestickt mit sechs Kreuzen und trägt eine tiefe symbolische Bedeutung. Es dürfen nur Erzbischöfe, die eine Kirchenprovinz leiten, dieses Zeichen der Autorität tragen. In Österreich sind das die Erzbischöfe von Wien und Salzburg. Die Wiener Kirchenprovinz umfasst neben der Erzdiözese Wien auch die Diözesen Linz, St. Pölten und Eisenstadt. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hatte das Pallium bereits 2014 erhalten, was ihm sicherlich auch eine große Freude bereitet hat.

Die Bedeutung des Palliums

Das Pallium ist mehr als nur ein zeremonielles Zeichen; es stellt die Teilhabe des Metropoliten an der Hirtengewalt des Papstes dar. Bei der Übergabe des Palliums ist der Metropolit verpflichtet, einen Treueschwur gegenüber dem Papst abzulegen. Laut kanonischem Recht muss er das Pallium innerhalb von drei Monaten nach seiner Bischofsweihe oder nach der kanonischen Amtsübertragung beim Papst anfordern. Es symbolisiert die Hirtengewalt des Metropoliten in Gemeinschaft mit der Römischen Kirche. Aber das ist nicht alles – das Pallium darf ausschließlich in den Kirchen der eigenen Kirchenprovinz getragen werden.

Historisch gesehen war das Tragen des Palliums im Früh- und Hochmittelalter auf wenige Tage im Jahr beschränkt. Erst im 11. Jahrhundert wurden die Tage, an denen Erzbischöfe das Pallium tragen durften, durch päpstliche Privilegien erweitert. Interessanterweise war es früher nicht erlaubt, in Gegenwart des Papstes ein Pallium zu tragen – eine Regelung, die mittlerweile nicht mehr in Kraft ist. Das Pallium ist nicht übertragbar und wird mit dem verstorbenen Erzbischof begraben. Das zeigt schon, wie ernst es mit dieser Auszeichnung gemeint ist.

Ein Fest der Gemeinschaft

Die heilige Messe zur Übergabe des Palliums im Petersdom ist eine ganz besondere Gelegenheit, bei der mehrere Bischöfe gleichzeitig das Pallium tragen – ein Bild der Einheit und des Glaubens! Ein bisschen wie ein großes Familientreffen, nur dass es um die Kirche geht. Im Januar 2015 wurde bekannt gegeben, dass Metropoliten das Pallium nach der Segnung durch den Papst in Rom nur noch überreicht und später in einem eigenen Festgottesdienst in der jeweiligen Erzdiözese angelegt wird. Das macht die Übergabe noch feierlicher und persönlicher.

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Ein weiterer spannender Aspekt: Am 29. Juni 2025 wird zur Praxis vor 2014 zurückgekehrt. Man kann nur spekulieren, welche Veränderungen dies für die Traditionen rund um das Pallium mit sich bringen wird. Es bleibt also spannend, wie sich die Feierlichkeiten in den kommenden Jahren entwickeln werden.