Heute ist der 11. Juni 2026, und hier in Salzburg feiert ein ganz besonderes Projekt seine Vorfreude: der internationale Friedenspilgerweg „Peacewalk 2026“. Von Spanien bis nach Jerusalem erstreckt sich dieser Weg über 8.500 Kilometer, und die österreichische Etappe ist ein wahrer Höhepunkt. Vom 25. Juni bis zum 13. August werden Wanderer aus 19 Ländern sich aufmachen, um ein Zeichen der internationalen Solidarität und des Friedens zu setzen.
Die Route führt über 850 Kilometer, verteilt auf 38 Etappen, von Vorarlberg bis zur ungarischen Grenze. Unterwegs werden wichtige Stätten besucht, darunter Innsbruck, Salzburg, Linz und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Die Pilgerinnen erwarten spannende Tage mit täglichen Wanderungen, Filmvorführungen, Workshops und Podiumsdiskussionen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Friedensdialogen an Orten, die an die dunkle Vergangenheit erinnern, wie den ehemaligen Konzentrationslagern. Hier wird nicht nur gewandert, sondern auch intensiv über Versöhnung diskutiert.
Ein Weg der Versöhnung
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten: der Israeli Maoz Inon und der Palästinenser Aziz Abu Sarah. Beide haben durch den Konflikt Angehörige verloren, und ihre Geschichten sind berührend und lehrreich. Während der Wanderung setzen sie sich gemeinsam für Versöhnung ein und zeigen, dass Frieden möglich ist, auch wenn die Umstände schwierig sind. „Es gibt keinen anderen Weg als den Dialog“, sagt Maoz und Aziz nickt zustimmend. Ihre Erfahrungen sind Teil von Workshops, die die Teilnehmenden dazu einladen, über ihre eigenen Perspektiven nachzudenken.
Die Organisation des Peacewalks in Österreich obliegt dem Wiener Verein Civil Action Network (CAN). Über 1.000 Menschen haben sich bereits angemeldet, um an einzelnen oder mehreren Etappen teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos und offen für alle. Wer sich anmelden möchte, sollte das über die Website des CAN tun – die Plätze sind heiß begehrt! Um den Weg zu begleiten, stehen mehr als 300 ehrenamtliche Helferinnen bereit, die ihre Zeit und Energie für dieses wichtige Projekt investieren.
Ein Ritual der Verbundenheit
Am 25. Juni wird der offizielle Startschuss in Vorarlberg gegeben. Ein öffentlicher Grenzübertritt ist geplant, bei dem ein feierliches Ritual zur Übergabe des Pilgerstabes stattfinden wird. Begleitet von Friedensliedern wird dies sicher ein emotionaler Moment für alle Beteiligten. Es wird spannend zu sehen, wie die Pilgerinnen diese Reise erleben werden. Die Route durch Österreich führt nicht nur durch idyllische Landschaften, sondern auch durch Orte des Gedenkens, die zum Nachdenken anregen.
Die ersten regionalen Teilstrecken in Oberösterreich beginnen bereits Anfang Juni. Hier können Interessierte schon einmal in die Atmosphäre des Pilgerns eintauchen. Zum Beispiel die Friedenswanderung von Laussa nach St. Ulrich – ein guter Einstieg, um das Herz für den Frieden zu öffnen und neue Bekanntschaften zu schließen.
Der Peacewalk ist nicht nur ein physisches Unterfangen; es ist ein Weg der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Lernens. Die gesammelten Spenden fließen in Friedensinitiativen wie „Women Wage Peace“, „Combatants for Peace“ und „Parents Circle“. So wird aus jedem Schritt, den die Teilnehmerinnen machen, ein kleiner Beitrag für eine bessere Welt.
