In Krumpendorf, am malerischen Wörthersee, findet sich ein halbfertiges Appartement-Hotel, das sich mehr und mehr zur Bauruine entwickelt. Der Bauträger, ein Unternehmen aus Ebenthal, hat 2021 mit viel Elan den Bau von mehr als 30 Zimmern begonnen. Doch jetzt, nach rund zwei Jahren Stillstand, hängen Kabel aus der Decke und Regenwasser sammelt sich in der Tiefgarage. Die Situation ist alles andere als rosig.

Im Sommer 2022 hat das Bezirksgericht Klagenfurt die Zwangsversteigerung des Projekts genehmigt. Die offenen Verbindlichkeiten belaufen sich auf etwa eine Million Euro. Die Eigentümergesellschaft, die My Stars Projektmanagement GmbH, war optimistisch und meldete, einen Investor gefunden zu haben, um die Angelegenheit vor der Versteigerung am 15. Juli zu klären. Allerdings hat eine Gutachterin das Gebäude bereits besichtigt und festgestellt, dass die Nutzungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind. Die Rezeptionen, die ursprünglich für den Hotelbetrieb gedacht waren, wurden in Zimmer umgebaut – ein ziemliches Durcheinander!

Die Zwangsversteigerung naht

Das Mindestgebot für die Versteigerung liegt bei vier Millionen Euro, während der ermittelte Wert des Bauwerks bei 5,3 Millionen Euro angesiedelt ist. Rechtsanwalt Leopold Wagner hat gute Nachrichten für Interessierte: Die Vertragsverhandlungen mit dem potenziellen Investor schreiten voran. Dennoch bleibt abzuwarten, ob das Projekt wirklich noch gerettet werden kann.

Doch das ist nicht das einzige Bauprojekt, das in der Region ins Wanken geraten ist. In Salzburg kämpft eine weitere Gesellschaft aus dem Firmengeflecht gegen den Abriss eines Chalet-Dorfs, das inzwischen als Geisterdorf gilt. Hier ruhen die Bautätigkeiten seit Jahren. 46 Chalets stehen als Rohbauten in der Landschaft, und das Landesverwaltungsgericht Salzburg hat am 22. April 2023 den Abbruchbescheid der Gemeinde Rauris bestätigt. Die Eigentümerin muss bis zum 1. November handeln und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen – eine Herausforderung, die nicht ohne weiteres zu meistern ist.

Marktlage unter Druck

Die Situation am Immobilienmarkt ist derzeit angespannt. Eine Investorengruppe hat auf die außergewöhnlich schwierige Marktlage verwiesen. In Aschau sollte ein neues Hotel jährlich mindestens 400.000 Euro in die Region bringen – doch auch dort kam es zu einem Baustopp. Die Pläne für eine Schau-Brauerei und die Belebung der Gastronomie wurden fallengelassen, weil mehrere Vertragspartner in juristische Streitigkeiten verwickelt sind. Der Bürgermeister von Aschau, Josef Loferer, äußert Bedenken hinsichtlich der finanziellen Leistungsfähigkeit des Investors. Die Euphorie, die anfänglich herrschte, wird nun von Warnsignalen begleitet.

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Professor Gerhard Rainer, Experte für Humangeographie, empfiehlt, bei Bauprojekten und Verkäufen gründlich zu recherchieren. Das ist kein Einzelfall – auch der ehemalige Sachranger Hof steht vor einer Zwangsversteigerung. Investoren versuchen, diese zu verhindern und das Projekt doch noch umzusetzen. Die Frist läuft bis März, doch die Zeichen stehen auf Sturm.

Ein Blick auf den Zwangsversteigerungsmarkt

Die Zwangsversteigerungen in Deutschland sind gesetzlich geregelt und bieten sowohl Investoren als auch Eigenheimkäufern Chancen. Die Zahlen sind seit 2010 rückläufig, aber seit 2023 zeigen sie einen leichten Anstieg. Der Grund? Die Bauzinsen sind gestiegen, die Baukosten und die Inflation setzen den Markt zu. Das führt dazu, dass immer mehr Bauprojekte in Schwierigkeiten geraten. Regionale Unterschiede sind ebenfalls zu beobachten: Während strukturschwächere Gebiete höhere Zwangsversteigerungsraten aufweisen, sind in wirtschaftlich starken Ballungsräumen solche Fälle vergleichsweise selten.

In der aktuellen Marktlage ist es für potenzielle Bieter wichtig, sich sorgfältig vorzubereiten und die Versteigerungsunterlagen genau zu studieren. Eigenkapital von 30 bis 40 Prozent ist oft erforderlich. Und natürlich sollte man sich auch rechtlichen Rat einholen. Der Zuschlagspreis allein ist nicht das Ende der Geschichte – zusätzliche Kosten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Der Zwangsversteigerungsmarkt ist also ein Ort voller Möglichkeiten, aber auch mit erhöhten Risiken verbunden.