Heute ist der 17.05.2026, und während die Sonne über Salzburg aufgeht, werfen wir einen Blick auf die aktuelle Situation der Ganztagsschulen in Österreich. Ein Drittel der Pflichtschüler, genau gesagt 33,7 %, besucht im Schuljahr 2025/26 eine Schule mit ganztägigem Angebot. Doch was steckt hinter diesen Zahlen? Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den NEOS hat kürzlich auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen geantwortet und dabei einige interessante Punkte angesprochen.

Die Realität sieht so aus, dass nur 8,1 % der Schüler an einer „echten“ Ganztagsschule angemeldet sind, wo Unterricht und Freizeit tatsächlich im Wechsel stattfinden. Das klingt fast paradox, wenn man bedenkt, dass der Bund seit 15 Jahren versucht, den Ausbau solcher Angebote durch Fördergelder voranzutreiben. Aber die abgerufenen Mittel wurden nur teilweise genutzt, was für viele Eltern und Schüler frustrierend ist. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass im Jahr 2010/11 nur 10 % der Pflichtschüler ein ganztägiges Schulangebot nutzten – inklusive Hort waren es damals bereits 17,3 %. In den letzten Jahren ist die Quote zwar gestiegen, aber große Sprünge sind für die Zukunft nicht zu erwarten.

Regionaler Vergleich und Trends

Ein interessantes Detail ist der regionale Vergleich: In Wien liegt die Quote bei stolzen 56,6 %. Vorarlberg folgt mit 49,7 %, während in Tirol nur 18,8 % und in Oberösterreich 21,7 % der Pflichtschüler eine Ganztagsbetreuung erhalten. Salzburg, mit 29,2 %, liegt unter dem Österreich-Schnitt, ebenso wie Kärnten (28,8 %), Steiermark (27,5 %) und Niederösterreich (26,9 %). Wenn man sich die AHS-Unterstufen anschaut, hat diese mit 45,1 % den höchsten Anteil an Ganztagsbetreuung. Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die Regionen mit diesen Angeboten umgehen.

Insgesamt bieten knapp 3.100 Standorte eine ganztägige Betreuung an, was 62,3 % der Schulen für Sechs- bis 15-Jährige entspricht. Dennoch bleibt die Zahl der „echten“ Ganztagsschulen mit nur 252 Standorten, darunter 134 in Wien, ein Minderheitenprogramm. Und während in den letzten Jahren 309 Standorte mit Tagesbetreuungsangeboten hinzugekommen sind, sind es vor allem die Volksschulen, die sich dem Ganztagsmodell öffnen. In Vorarlberg, Oberösterreich, Tirol und Salzburg wurde das Angebot an Ganztagsschulen hingegen zurückgefahren. Das wirft die Frage auf: Warum geschieht das und was brauchen die Schulen wirklich?

Ein Ausblick in die Zukunft

Für die kommenden Jahre wird keine große Erhöhung der Quoten erwartet. In Wien wird eine Steigerung von 3,7 % bis 2028/29 prognostiziert, während für Tirol ein Zuwachs von 3 % in Aussicht steht. Wenn man bedenkt, wie wichtig eine ausgewogene Betreuung für Kinder ist, ist es doch etwas besorgniserregend, dass das Engagement vielerorts nachzulassen scheint. Eltern und Lehrer müssen nun darauf hoffen, dass die Politik endlich durchgreift und sich für die Bedürfnisse der nächsten Generation einsetzt.

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Abschließend bleibt festzustellen, dass die Entwicklung der Ganztagsschulen in Österreich ein spannendes, aber auch herausforderndes Thema ist. Es ist wichtig, dass wir sowohl die positiven Entwicklungen als auch die Herausforderungen, die noch vor uns liegen, im Auge behalten. Denn letztlich profitieren alle – die Kinder, die Schulen und die Gesellschaft – von einem gut funktionierenden Ganztagsangebot.