Heute ist der 17.05.2026, und wie es der Zufall so will, gibt es spannende Neuigkeiten aus dem Bildungsbereich hier in Österreich. Im aktuellen Schuljahr zeigt sich ein klarer Trend: Die meisten Kinder besuchen nach wie vor eine Halbtagsschule. Das ist ja nicht wirklich neu, oder? Aber schau dir mal die Zahlen an: 33,7 Prozent der Schüler an Pflichtschulen, vor allem Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen, haben eine Einrichtung mit ganztägigem Angebot besucht. Das klingt doch nach einem kleinen Fortschritt, oder?
Doch der Haken an der Sache: Nur 8,1 Prozent der Schüler waren tatsächlich an einer „echten“ Ganztagsschule eingeschrieben, wo Unterricht und Freizeit abwechseln. Diese Informationen stammen aus einer parlamentarischen Anfrage der Grünen, die von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) beantwortet wurde. Das zeigt einmal mehr, dass die Idee von Ganztagsschulen in Österreich noch lange nicht überall angekommen ist.
Langsame Fortschritte und regionale Unterschiede
Der Bund hat seit 15 Jahren versucht, den Ausbau ganztägiger Angebote an Pflichtschulen durch Fördergelder voranzutreiben. Aber komischerweise wurden die abgerufenen Mittel nur teilweise genutzt. Wenn wir uns die Entwicklung im Langzeitvergleich anschauen, fällt auf: 2010/11 nutzte nur 10 Prozent der Pflichtschüler ein ganztägiges Angebot. Bis 2020/21 stieg dieser Wert auf 26,2 Prozent, und im vergangenen Schuljahr waren es bereits 32,4 Prozent, inklusive Hortbetreuung! Das ist doch ein Zeichen für Veränderung, auch wenn die aktuellen Zahlen zum Hort für das laufende Schuljahr noch auf sich warten lassen.
In Wien beispielsweise liegt die Quote der Pflichtschüler mit ganztägiger Betreuung bei stolzen 56,6 Prozent. Vorarlberg folgt mit 49,7 Prozent, doch in Tirol sieht’s mau aus – da sind es nur 18,8 Prozent. Salzburg hat es auf 29,2 Prozent geschafft, was unter dem österreichischen Schnitt liegt. Die anderen Bundesländer wie Burgenland (38,9 Prozent), Kärnten (28,8 Prozent) und Niederösterreich (26,9 Prozent) sind auch nicht gerade Spitzenreiter. Man fragt sich: Wo bleibt der große Sprung in den Betreuungsquoten bis 2025/26? Da wird nicht viel erwartet.
Ein Blick auf die Ganztagsschulen
Interessant ist auch, dass seit 2020/21 insgesamt 309 Standorte mit Tagesbetreuungsangeboten hinzugekommen sind, vor allem an Volksschulen. Das macht insgesamt knapp 3.100 Standorte, die eine ganztägige Betreuung anbieten – das entspricht 62,3 Prozent der Schulen für Sechs- bis 15-Jährige. Aber hier kommt der Dämpfer: Die verschränkten Ganztagsschulen sind nach wie vor ein Minderheitenprogramm, und seit Jahren hat sich nur an 37 Standorten etwas getan. Aktuell gibt es 252 „echte“ Ganztagsschulen, von denen 134 in Wien zu finden sind. In Vorarlberg, Oberösterreich, Tirol und Salzburg wurde das Angebot an Ganztagsschulen sogar zurückgefahren.
Die Entwicklung in den nächsten Jahren bleibt spannend. Die stärksten Zuwächse in den Betreuungsquoten bis 2028/29 werden in Wien (3,7 Prozent) und Tirol (3 Prozent) erwartet. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Lage in Salzburg und anderen Bundesländern entwickeln wird. Die Diskussion um die Schulangebote wird sicherlich weitergehen, denn die Bedürfnisse der Kinder und Eltern sind vielfältig – und das ist nicht nur eine Frage der Zahlen.