Die Finanzwelt schaut gebannt auf die bevorstehende Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch über die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten befindet. Ökonomen rechnen damit, dass der Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent bleibt. Diese Entscheidung wird um 20 Uhr österreichischer Zeit veröffentlicht. Bei den letzten Sitzungen hatte die Fed bereits Zinspausen eingelegt, und die aktuelle geopolitische Lage, insbesondere der Iran-Krieg, könnte die Notenbank dazu veranlassen, an ihrem Kurs festzuhalten.
Diese Sitzung wird zudem die letzte unter Fed-Chef Jerome Powell sein, der Mitte Mai aus seinem Amt scheidet. Es bleibt unklar, ob der Senat den von US-Präsident Donald Trump nominierten Kevin Warsh bis dahin bestätigen wird. Sollte die Stelle unbesetzt bleiben, wird Powell das Gremium interimistisch weiterführen. Die Zinsentscheidungen der Fed zielen darauf ab, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und Vollbeschäftigung zu finden.
Woche der Notenbanken
In dieser Woche stehen gleich fünf wichtige Leitzins-Entscheidungen von den G7-Notenbanken auf der Agenda. Den Auftakt macht die Bank of Japan am Dienstag, gefolgt von der Federal Reserve und der Bank of Canada am Mittwoch. Am Donnerstag sind dann die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England an der Reihe. Anfang des Jahres hatten Marktteilnehmer noch mit Zinssenkungen gerechnet, doch diese Erwartungen haben sich gewandelt.
Ein wesentlicher Grund dafür sind die steigenden Energiepreise, die durch den Iran-Krieg angeheizt werden und zu höheren Inflationsprognosen führen. Der Fed-Leitzins steht seit Dezember 2025 bei 3,5 bis 3,75 Prozent, während eine Zinssenkung im Dezember erwartet wird. Die EZB hat ihren Leitzins seit Juni 2025 bei 2,0 Prozent stabil gehalten, und es sind keine weiteren Zinssenkungen in Aussicht.
Inflation im Blick
Die Inflationsdaten für die Eurozone werden am Donnerstag veröffentlicht, wobei die Teuerung im April über drei Prozent liegen könnte. Notenbanken weltweit müssen Inflation und Konjunktur im Auge behalten, da eine straffere Geldpolitik die bereits schwache Geschäftslage weiter verschärfen könnte. EZB-Chefin Christine Lagarde hat ihre Handlungsbereitschaft betont, und eine Zinserhöhung im Juni ist zwar möglich, aber noch nicht sicher.
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Eurozone werden immer deutlicher, und die Binnennachfrage könnte ohne Zinserhöhung gedämpft werden. In der Zwischenzeit zeigen die Aktienmärkte eine optimistische Stimmung und hoffen auf eine Verhandlungslösung im Iran-Konflikt, was dazu führte, dass der DAX um fast 0,9 Prozent auf 24.340 Punkte anstieg.