In Matrei, Osttirol, hat die Wärmepumpenfirma iDM unter der Führung von Geschäftsführer Thomas Pletzer mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Die Absatzschwankungen am heimischen Markt sind nicht zu übersehen, und der Hauptgrund dafür liegt in der instabilen Fördersituation. „Wir brauchen Planungssicherheit“, fordert Pletzer und spricht sich für ein Ende des politischen „Zickzackkurses“ sowie für eine Reduzierung der Bürokratie aus. Auch wenn 2023 für iDM ein „Boom-Jahr“ mit einem Umsatz von 200 Millionen Euro war, sieht die Zukunft nicht rosig aus. Für 2024 wird ein Umsatzrückgang von 20 Prozent prognostiziert, inklusive Arbeitszeitverkürzungen und Stellenabbau.

Die Unsicherheiten in der Förderpolitik haben direkte Auswirkungen auf die Marktnachfrage. Der Fördertopf der ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierung wird zwar bis 2030 jährlich mit 360 Millionen Euro gefüllt, doch das Problem bleibt: Dieser Topf kann im ersten Halbjahr leer sein, was die Nachfrage bis Jahresende bremst. Eine Stabilisierung ist daher dringend notwendig. Pletzer verweist auf den deutschen Markt, wo für 2025 eine Umsatzsteigerung erwartet wird und wo 2022 bereits mehr Wärmepumpen als andere Wärmeerzeuger verkauft wurden.

Wärmepumpen im Wandel

Die politische Roadmap sieht eine nachhaltige Fortführung der neuen Förderung sowie eine Entlastung des Strompreises durch die EEG-Umlage vor. Ziel ist es, die Dynamik im Wärmemarkt zu verstärken und die Wärmepumpentechnologie in einem 3-phasigen Transformationsprozess auszubauen. Die erste Phase, die bis 2025 reicht, zielt darauf ab, signifikante Strompreisentlastungen zu schaffen, die die Marktdynamik ankurbeln sollen. Ab 2025 sollen Wärmepumpen von einem höheren CO2-Preis profitieren, während die dritte Phase bis 2050 den Fokus auf die Dekarbonisierung des restlichen Gebäudebestands legt.

Pletzer betont, dass die Notwendigkeit, von Öl und Gas auf erneuerbare Energien umzusteigen, nicht nur für das Unternehmen, sondern für die gesamte Branche entscheidend ist. Trotz der Skepsis in Österreich gegenüber Wärmepumpen gibt es positive Entwicklungen: Immer mehr Stadtwerke und Wohnungsunternehmen setzen sich aktiv mit Wärmepumpen auseinander und entwickeln attraktive Geschäftsmodelle, um fossile Energieträger zu ersetzen.

Marktprognosen und Herausforderungen

Die Marktanalyse zeigt, dass der Wärmepumpenmarkt ab 2026 in eine Phase der Professionalisierung eintritt. Die Bundesregierung plant, bis 2030 rund sechs Millionen Wärmepumpen im Bestand zu haben. Um diese Zahl zu erreichen, sind jährlich etwa 500.000 Neuinstallationen erforderlich. Allerdings hängt die Erreichbarkeit dieser Ziele stark von der Baukonjunktur, den Strompreisen, der Verfügbarkeit von Fachkräften und der Förderpolitik ab.

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Die Industrie investiert Milliarden in neue Werke und stabilere Lieferketten, und ab 2026 sollen kürzere Lieferzeiten sowie eine größere Marktsicherheit erwartet werden. Die Forschung an neuen Technologien wie elektrokalorischen Systemen steht zwar noch am Anfang, jedoch bleibt der Kompressionswärmepumpen-Marktstandard bestehen. Gleichzeitig ist der Trend zu natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290) zu beobachten, die ein geringes Treibhauspotenzial aufweisen.

Die Zukunft der Wärmepumpen ist entscheidend für die CO₂-Reduktionen von 40 bis 60 Prozent im Vergleich zu Gasheizungen und verspricht, die Wirtschaftlichkeit zugunsten elektrischer Heizsysteme zu verschieben. Realistische Einsparungen bei Heizkosten zwischen 20 und 40 Prozent sind möglich, abhängig von den individuellen Bedingungen. Die Wärmepumpe bleibt somit ein zentrales Instrument in der Gebäudedekarbonisierung und ein Hoffnungsträger für eine nachhaltige Energiezukunft.