Im Tennengau gibt es aktuell gemischte Nachrichten auf dem Arbeitsmarkt. So ist die Arbeitslosigkeit im April 2026 leicht gestiegen. Insgesamt waren 1.132 Personen ohne Job, 13 mehr als im Vorjahr. Dennoch liegt die geschätzte Arbeitslosenquote bei rund 4% und damit unter dem Salzburger Landesschnitt – ein kleiner Lichtblick in diesen unruhigen Zeiten.
Die Zahl der offenen Stellen hat sich dagegen erfreulich entwickelt. Mit 539 sofort verfügbaren Jobs beim AMS Hallein zeigt sich ein Plus von 7,6% im Vergleich zum Vorjahr. Auch die nicht sofort verfügbaren Stellen sind um fast 70% gestiegen, was auf einen anhaltenden Bedarf an Arbeitskräften hinweist. Innerhalb eines Monats kamen 286 neue offene Stellen hinzu – ein Zuwachs von knapp 37% gegenüber dem Vorjahresmonat. Katrin Klimitsch, die Leiterin des AMS Hallein, hebt die Stabilität und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt hervor. Es sind also durchaus Positives zu berichten!
Lehrstellenmarkt im Aufwind
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Lehrstellenmarkt. Aktuell sind 80 Lehrstellen gemeldet – das sind 23 mehr als im April des Vorjahres, was einem prozentualen Plus von 40,4% bei nicht sofort verfügbaren Lehrstellen entspricht. Unternehmen scheinen verstärkt in die Ausbildung künftiger Fachkräfte zu investieren. Das ist wichtig, denn die Fachkräftesicherung stellt eine große Herausforderung dar, die durch die aktuelle Marktlage nicht einfacher wird.
Im gesamten Österreich waren im April 2026 320.316 Menschen beim AMS arbeitslos gemeldet. Hinzu kommen weitere 78.026 Personen, die an Schulungen teilnahmen. Ein Anstieg von 5.711 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeigt, dass die Lage am Arbeitsmarkt angespannt bleibt. Auch wenn einige Bereiche Aufwind erfahren, sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach wie vor von Unsicherheiten geprägt.
Regionale Unterschiede und Herausforderungen
Besonders herausfordernd sind die regionalen Unterschiede in der Arbeitslosigkeit. Während der Tennengau relativ gut dasteht, sieht es in anderen Teilen Österreichs, wie in Wien, ganz anders aus. Dort ist die Arbeitslosenquote am höchsten. Ein Blick auf die demografischen Daten zeigt, dass vor allem Personen mit niedrigerer formaler Bildung und Ausländer:innen stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Diese Unterschiede sind eine echte Herausforderung, die angepackt werden muss.
Zusätzlich ist die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ein Thema, das nicht ignoriert werden kann. Im April 2026 galten 103.322 Personen als langzeitbeschäftigungslose Arbeitslose – ein alarmierender Anstieg von 13,3% im Vergleich zum Vorjahr. Es wird immer deutlicher, dass der Arbeitsmarkt eine differenzierte Betrachtung erfordert, denn nicht alle profitieren von den aktuellen Entwicklungen.
Die Daten des AMS und die Auswertungen von arbeit plus liefern wertvolle Einblicke in die Situation. Die wirtschaftlichen Prognosen für 2026 sind vorsichtig optimistisch, aber die Schatten der vergangenen Jahre sind noch nicht ganz gewichen. Der Iran-Krieg hat ebenfalls seine Spuren hinterlassen. Es bleibt also spannend, wie sich der Arbeitsmarkt weiterentwickeln wird.