Die QimiQ Handels GmbH, bekannt für ihre Sahnebasis-Produkte und vegane Alternativen, hat am Landesgericht Salzburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hof bei Salzburg und blickt auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Doch nun steht die Zukunft der beliebten Produkte auf der Kippe.

Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich auf rund 8,66 Millionen Euro, betroffen sind 159 Gläubiger. Der Gesamtbuchwert des Anlagevermögens liegt bei etwa 1,38 Millionen Euro, während der geschätzte Liquidationswert lediglich 130.500 Euro beträgt. Von der Insolvenz betroffen sind neben dem Geschäftsführer auch zwei Mitarbeiter. Diese Situation ist nicht nur für das Unternehmen herausfordernd, sondern könnte auch Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette haben, einschließlich der Milchbauern und Endverbraucher.

Ursachen der Insolvenz

Die Insolvenz hat mehrere Ursachen. Insbesondere die gestiegenen Milchpreise zwischen Juli und Dezember 2025 führten zu einer 15-prozentigen Erhöhung der Produktionskosten. Zusätzlich erschwerten Schwierigkeiten bei der Liquidität, unter anderem durch nicht realisierte Warenfinanzierungen und verspätete Zahlungen internationaler Großkunden, die Lage des Unternehmens. Ein weiterer Dämpfer war der Auslieferstopp der SalzburgMilch GmbH Anfang 2026, was zu erheblichen Umsatzverlusten führte. Verhandlungen über eine Beteiligung mit SalzburgMilch scheiterten im März 2026.

Sanierungspläne und Herausforderungen

Trotz dieser Rückschläge plant QimiQ, den Betrieb fortzuführen. Die Unternehmensleitung hat Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen und sieht Licht am Ende des Tunnels, da die Milchpreise gesunken sind. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan vorgelegt, der eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vorsieht, finanziert durch die Fortführung des Unternehmens.

Die erste Gläubigerversammlung findet am 6. Mai um 8:45 Uhr statt, gefolgt von der Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung am 2. Juli um 9 Uhr. Gläubigerforderungen können bis zum 18. Juni angemeldet werden. Die Gläubigerschutzverbände, darunter KSV1870, Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) und Creditreform, wurden bereits über das Sanierungsverfahren informiert.

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Die Produkte von QimiQ, wie QimiQ Classic, QimiQ Sahne-Basis und QimiQ Vegan, sind im Handel gelistet und werden auch an Produktionsbetriebe in der Industrie vertrieben. Was die langfristige Zukunft betrifft, bleibt abzuwarten, ob sich Veränderungen im Sortiment oder bei den Preisen abzeichnen werden.

Insgesamt steht die QimiQ Handels GmbH vor einer wegweisenden Zeit. Der Salzburger Rechtsanwalt Thomas Payer wurde als Masseverwalter eingesetzt und hat die Aufgabe, die Interessen der Gläubiger zu vertreten und das Unternehmen durch diese schwierige Phase zu navigieren. Ob QimiQ aus dieser Krise gestärkt hervorgehen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.