In der malerischen Altstadt von Hallein, wo die Gassen Geschichten erzählen und die Luft nach frischem Brot duftet, hat sich ein ganz besonderes Geschäft etabliert: „Crazy Lifestyle“. Hier, inmitten von bunten Stoffen und kreativen Schnitten, zaubert die Schneidermeisterin Claudia Fagerer (42) mit Leidenschaft einzigartige Mode-Unikate. Ihre Hände scheinen magisch, wenn sie aus den leuchtenden, europäischen Stoffen – bedruckt mit Delfinen, Autos und Bienen – kunstvolle Kleidungsstücke entstehen lässt. Jede Naht, jeder Schnitt ist das Resultat ihrer eigenen Ideen und Designs. Das hat sie sich nicht einfach so ausgedacht; eine dreijährige Modeschule in Hallein und eine Meisterklasse in Wien haben sie auf diesen Weg vorbereitet.

Claudia ist nicht nur eine talentierte Schneiderin, sondern auch eine Unternehmerin, die 2011 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Nach viel Erfahrung in einer Trachtenschneiderei und als Änderungsschneiderin hat sie ihr eigenes Geschäft gegründet. Hier wird nicht nur genäht, sondern auch repariert – ob es sich um einen kaputten Reißverschluss handelt oder um eine kleine Änderung, die das Kleidungsstück wieder zum Strahlen bringt. In den letzten Jahren hat die Pandemie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch heftig auf die Probe gestellt. Um den Herausforderungen zu begegnen, hat Claudia ein zweites Standbein als Zumba-Trainerin geschaffen. Ihre Kurse, die über die Volkshochschule angeboten werden, finden im Sommer im idyllischen Löwensternpark in Oberalm statt und bringen Schwung in die warmen Monate.

Ein Blick hinter die Kulissen

In Claudias Atelier, wo es bunt und lebendig zugeht, spiegelt sich auch ihr persönliches Leben wider. Neben der Leidenschaft für Mode spielt die Musik eine große Rolle – sie greift oft zur Gitarre und lässt die Saiten erklingen. Zudem hat sie einen großen Gemüsegarten, dessen Ernte sie mit viel Hingabe verarbeitet. Pestos, Salate und Soßen aus eigenem Anbau – das klingt nach einem Leben im Einklang mit der Natur, oder? Es ist ein schöner Kontrast zur hektischen Welt der Mode.

Interessanterweise hat die Modeschule, die Claudia regelmäßig besucht, bereits 19 Frauen und 4 Männer zu Bekleidungsgestaltern ausgebildet. Dies zeigt nicht nur Claudias Engagement, sondern auch einen positiven Trend in der Branche. Die Nachfrage nach nachhaltiger und regional produzierter Mode wächst, und das ist auch in Salzburg zu spüren. Dort sind 191 Kleidermacherberechtigungen und 74 Änderungsschneidereien bei der Wirtschaftskammer registriert – ein beeindruckender Teil davon sind Einzelunternehmer. Das zeigt, dass die kreative Textilbranche hierzulande nicht nur lebt, sondern auch gedeiht.

Die Modebranche im Wandel

In einer Zeit, in der die Modewelt sich rasant verändert, ist es spannend zu beobachten, wie die Corona-Pandemie die Branche beeinflusst hat. Eine aktuelle Studie, die im November 2024 veröffentlicht wird, beleuchtet die Herausforderungen und Chancen der deutschen Modebranche. Hierbei wird der Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung gelegt, zwei Themen, die auch Claudias Arbeit durchdringen. Die Studie zeigt, dass die Beschäftigung in der Branche zwischen 2019 und 2023 um etwa 20 % gesunken ist – ein besorgniserregender Trend, der auch die Salzburger Modewelt nicht unberührt lässt.

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Die Modebranche befindet sich an einem Wendepunkt. Der Aufwärtstrend hin zu nachhaltigen Praktiken und regionaler Produktion könnte eine Antwort auf die Herausforderungen der letzten Jahre sein. Claudia Fagerer ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Mit ihrem kreativen Ansatz und ihrem zweiten Standbein als Zumba-Trainerin zeigt sie, wie man sich anpassen kann, ohne die eigene Leidenschaft aus den Augen zu verlieren. In Hallein, wo jeder Stoff eine Geschichte erzählt, bleibt das Handwerk lebendig und bunt.