Die Fusion von SalzburgMilch und Pinzgau Milch ist in aller Munde! Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat grünes Licht gegeben, und das ist eine ganz schön große Sache für die regionale Milchwirtschaft. Mit dieser Entscheidung wird die drittgrößte Molkerei Österreichs nach Umsatz ins Leben gerufen – ein neuer, starker Player, der frischen Wind in die Branche bringt.
Die BWB hat sich bei ihrer Prüfung nicht lumpen lassen. Sie hat sowohl Molkereien, den Handel als auch landwirtschaftliche Betriebe unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die Mehrheit der Betriebe dem Vorhaben wohlgesonnen gegenübersteht. Rund 90% der fusionierten Genossenschaft werden von Landwirten gehalten, was die regionale Verwurzelung unterstreicht. Agrarlandesrat Maximilian Aigner (ÖVP) begrüßt diese Entwicklung als stabilisierend für die Landwirtschaft.
Ein starkes Team für die Zukunft
SalzburgMilch, mit einem Jahresumsatz von etwa 350 Millionen Euro und mehr als 450 Beschäftigten, und Pinzgau Milch, die auf rund 170 Millionen Euro Umsatz und etwa 250 Mitarbeiter kommt, werden zusammen ein Unternehmen mit circa 700 Beschäftigten und 3.400 Milchlieferanten bilden. Diese Fusion ist nicht nur eine Zusammenlegung von Zahlen, sondern auch eine strategische Antwort auf die Herausforderungen des Marktes. Der Plan sieht vor, dass SalzburgMilch zunächst 40 Prozent von Pinzgau Milch übernimmt, um später die alleinige Kontrolle mit 89,9 Prozent zu erlangen.
Die BWB hat zudem keine marktbeherrschende Stellung oder Wettbewerbsbeschränkungen durch den Zusammenschluss gesehen. Stattdessen wird das fusionierte Unternehmen auf beiden Vertriebsschienen – sowohl bei Eigen- als auch Handelsmarken – einem starken Wettbewerb ausgesetzt sein. Das ist ein gutes Zeichen für die Konsumenten und die gesamte Branche.
Der Weg zur Vollfusion
Die Fusion wird in mehreren Schritten vollzogen. Zunächst werden die Eigentümergenossenschaften zusammengeführt, bevor die vollständige Verschmelzung der operativen Gesellschaften bis September 2026 angestrebt wird. Alle bestehenden Standorte in Salzburg, Lamprechtshausen, Maishofen und Kössen bleiben erhalten und werden weiterentwickelt. Das ermöglicht eine vertiefte Zusammenarbeit in der Milchsammlung, Verarbeitung, Logistik, Vertrieb und Verwaltung.
Mit mehr als 450.000 Tonnen Milch pro Jahr wird die neue Molkerei nicht nur zu einem bedeutenden Akteur in der Region, sondern auch im nationalen Vergleich. Führende Wettbewerber wie Berglandmilch aus Wels und NÖM aus Niederösterreich werden nun einen ernstzunehmenden Mitspieler auf dem Markt haben.
Insgesamt zeigt sich, dass die Fusion von SalzburgMilch und Pinzgau Milch nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Dimension hat. Die positiven Rückmeldungen von den Landwirten und die Aussicht auf Kosteneinsparungen sowie bessere Vermarktungsmöglichkeiten sind vielversprechend. Das Ziel ist klar: Die Wettbewerbsfähigkeit und die bäuerliche Struktur in Salzburg zu stärken. Die Milchstraße könnte bald schon ein wenig breiter und bunter werden!