Heute ist der 13.06.2026 und es gibt Neuigkeiten aus der Welt des Einzelhandels in Österreich. Hervis, der bekannte Sporthändler, hat die Schließung von 17 Filialen in Österreich für das kommende Jahr angekündigt. Diese Entscheidung trifft nicht nur die betroffenen Standorte, sondern auch die Mitarbeiter, denn insgesamt fallen dabei 100 Arbeitsplätze weg. Ein herber Schlag für all jene, die sich mit der Marke identifizieren und für die Hervis mehr ist als nur ein Geschäft.

Die Gründe für diese Schließungen sind ebenso klar wie bedauerlich: Die betroffenen Filialen erwirtschaften nicht die nötigen Erträge. Hervis, dessen Hauptsitz sich in Salzburg-Wals befindet, hat sich in den letzten Jahren in einem schwierigen Markt behaupten müssen. Im gesamten Land gibt es derzeit 93 Standorte, und die Schließungen sind Teil eines größeren Umbruchs im Einzelhandel. Bereits in anderen Ländern wie Slowenien, Kroatien und Deutschland wurden zahlreiche Filialen geschlossen, was den Eindruck verstärkt, dass der Einzelhandel vor einem tiefgreifenden Strukturwandel steht.

Standorte und Schließungen

Um die Schließungen etwas greifbarer zu machen, hier eine Liste der betroffenen Orte in Österreich: Baden (bereits geschlossen), Salzburg (SAM Outlet, bereits geschlossen), Bischofshofen, Deutschlandsberg, Feldkirchen, Hallein, Kitzbühel, Leoben, Lienz, Liezen, Linz (Lentia), Perg, Salzburg (Forum am Hauptbahnhof), Reutte, Steyr, Wels und Wien (Q19) – all diese Filialen werden bis Ende 2026 ihre Tore schließen.

Michael Seidel, der neue Eigentümer des Auslandsgeschäfts von Hervis, hat die Verantwortung für diese Entscheidungen übernommen. Es ist interessant zu beobachten, dass die Hervis-Filialen in Deutschland und Österreich unterschiedlichen Investoren gehören, was die Situation zusätzlich komplex macht. Zum Beispiel wurde Hervis Anfang 2026 von Spar an die Quantum Investment Holding GmbH verkauft, die von Sven Voth und Udo Schloemer geleitet wird. In Deutschland laufen aktuell noch vier Filialen, während in Garmisch-Partenkirchen bereits ein Räumungsverkauf aktiv ist.

Der Strukturwandel im Einzelhandel

Doch was steckt hinter diesen Entwicklungen? Laut einer Analyse von RegioData Research, die über 680 aktive Vertriebslinien betrachtet, erleben wir einen tiefgreifenden Wandel im österreichischen Einzelhandel. Veränderungen im Konsumverhalten und der zunehmende Kostendruck zwingen viele Händler, ihre Konzepte zu überdenken. Selbstbedienung und Discount-Modelle sind die großen Gewinner dieser Transformation. Effiziente, standardisierte und automatisierte Abläufe setzen sich durch – das hat auch Auswirkungen auf die Personalkonzepte.

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Kleinere und mittlere Anbieter erhalten zunehmend Druck von großen, kapitalstarken Handelsgruppen. Während SPAR neue Standorte eröffnet, müssen andere, wie Unimarkt, LIBRO oder Flying Tiger, Filialen schließen und ihr Filialnetz drastisch reduzieren. In einer Zeit, in der der Einzelhandel sich neu erfindet, zeigt sich, dass nicht alle Konzepte den Wandel überstehen können. Die Marktkonzentration nimmt zu, und viele alteingesessene Geschäfte kämpfen um ihre Existenz.

Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten. Die Veränderungen im Einzelhandel sind ein nachhaltiger Prozess, und es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Lage in den kommenden Jahren entwickeln wird. Eines ist sicher: Der Einzelhandel in Österreich steht vor großen Herausforderungen, und nicht jeder wird den Sprung ins neue Zeitalter schaffen.