Am Samstagvormittag wurde in Salzburg ein 39-jähriger Mann festgenommen, der verdächtigt wird, einen Erpressungsversuch gegen den renommierten Babykosthersteller HiPP unternommen zu haben. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurden keine Details zum Festnahmeort oder zur Herkunft des Mannes veröffentlicht. Fest steht jedoch, dass er in Salzburg wohnhaft ist, aber kein gebürtiger Österreicher ist. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Burgenland laufen bereits seit zwei Wochen in Verbindung mit vergifteter Babynahrung.

Die Situation eskalierte, als am 18. April ein Glas Babynahrung, das in einem Supermarkt in Eisenstadt gekauft worden war, sichergestellt wurde. Es hatte 15 Mikrogramm Rattengift enthalten. Ob und welche Folgen der Verzehr für ein Baby gehabt hätte, ist noch nicht abschließend geklärt. Der festgenommene Mann wird nun befragt, während gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt wird. Ein Gutachten über die Toxizität der Menge im sichergestellten Glas steht ebenfalls noch aus. Zudem wird ein zweites Glas, das manipuliert worden sein soll, noch gesucht.

Manipulationsserie und Erpressung

Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. HiPP hat bestätigt, dass das Unternehmen Opfer einer Erpressung geworden ist, bei der die Erpresser zwei Millionen Euro bis Anfang April forderten. Die entsprechende Erpressermail wurde jedoch erst zwei Wochen nach Ablauf der Frist entdeckt. In den betroffenen 190-Gramm-Gläschen mit Karotten-Kartoffelbrei war Rattengift enthalten. Gesundheitsministerin Corinna Schumann äußerte Bestürzung über die Gefährdung von Säuglingen und betonte die Wichtigkeit der Aufklärung.

Von den gefundene Gläsern befanden sich zwei in Brno (Tschechien), zwei in Dunajska Streda (Slowakei) und eines in Eisenstadt (Österreich). Ein weiteres Glas, das ebenfalls betroffen sein könnte, ist noch im Umlauf, und die Suche läuft. Die Polizeien in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei arbeiten länderübergreifend zusammen, um dem Fall auf den Grund zu gehen. HiPP und die Polizei halten viele Details aus ermittlungstaktischen Gründen geheim. In Deutschland wurden bisher keine vergifteten Gläser gefunden.

Rückruf und Sicherheitsmaßnahmen

Der Rückruf der HiPP-Produkte bei Spar wurde in der Nacht auf den 18. April öffentlich gemacht. Betroffen war das Produkt HiPP „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm). Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf. Die AGES hatte ursprünglich auf einen Erpressungsversuch hingewiesen, strich diesen Hinweis jedoch später wieder. Die Situation bleibt angespannt, und die Behörden arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Vorfalls.

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Die Geschehnisse rund um die vergiftete Babynahrung werfen nicht nur Fragen über die Sicherheit von Lebensmitteln auf, sondern auch über die Methoden von Erpressern, die in der heutigen Zeit mehr denn je gefährlich sind. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheidend sein, um die Hintergründe und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.