In Salzburg tut sich etwas. Mehr als ein Jahr nach dem endgültigen Aus der Möbelhäuser Kika und Leiner wird nun ein Teil des ehemaligen Leiner-Standorts in Salzburg-Süd neu belebt. Die leeren Verkaufsflächen, die einst mit Möbeln gefüllt waren, dienen jetzt einem ganz anderen Zweck: Hier werden Gebrauchtwagen verkauft! Das steirische Unternehmen Onlinecars hat sich diesen Ort geschnappt und präsentiert einige Modelle auf einem Teil des Parkplatzes. Ja, richtig gehört – anstelle von Sofas und Tischen stehen jetzt Autos bereit, darauf warten, in neue Hände zu kommen.
Und das Beste daran? In der ehemaligen Caféteria können die Kunden gemütlich online nach ihrem Traumauto suchen. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein! Über der Fassade prangt nun der Schriftzug „onlinecars“, der eine neue Ära einläutet. Harald Zöller, Prokurist bei Onlinecars, hat uns verraten, wie das ganze Konzept ab Freitag, dem 15. Mai, funktionieren soll. Es ist spannend zu sehen, wie dieser Standort eine neue Funktion bekommt, nachdem er so lange leer stand.
Ein Kapitel geht zu Ende
<pDoch während sich hier neue Möglichkeiten auftun, ist die Geschichte von Kika und Leiner eine andere. Nach zwei Insolvenzen hat die Traditionskette, die 1910 von Rudolf Leiner in St. Pölten gegründet wurde, endgültig geschlossen. Ein trauriges Ende für ein Unternehmen mit einer stolzen 115-jährigen Geschichte! Im Juni 2023 wurde die Insolvenz angemeldet, und die Schließung von 23 von 40 Standorten folgte im November 2024. Ein sanierter Plan wurde zurückgezogen – kein Investor war in Sicht. Die Filialen zeigen nun fast leere Verkaufsflächen, auf denen nur noch alte Bücher, Weihnachtsdekoration und Dienstbekleidung herumstehen.
<pDie Gläubigerforderungen sind erschreckend: Bis zum 9. Januar 2025 wurden Forderungen in Höhe von 265 Millionen Euro beim Insolvenzgericht angemeldet. Von dieser Summe sind 190 Millionen Euro bedingte Schadenersatzforderungen des Vermieters. Rund 1350 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze oder werden in Arbeitsstiftungen untergebracht. Das alles war nicht nur ein Schlag für die betroffenen Angestellten, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Solche Großinsolvenzen machen zwar weniger als 1 % der Insolvenzen aus, haben jedoch einen gewaltigen Effekt, insbesondere auf die Lieferketten und den Arbeitsmarkt.
Wirtschaftliche Auswirkungen
<pEin Blick auf die Zahlen zeigt, dass Unternehmensinsolvenzen nicht nur einen Einzelnen betreffen. Rund 80 % der insolventen Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. Die durchschnittliche Befriedigungsquote für ungesicherte Insolvenzgläubiger liegt bei mageren 3-5 %. In vielen Fällen gehen die Gläubiger leer aus – die Quote kann sogar 0 % betragen. Und nur etwa 1-2 % der Verfahren enden mit einer Sanierung. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern fast verdoppelt. Das zeigt, wie sehr die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich verändert haben und wie etablierten Mittelständlern der Druck zu schaffen macht.
<pSo kurz gesagt: Während in Salzburg ein neuer Auto-Hotspot entsteht, schließt ein Kapitel der Möbelgeschichte. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Standort entwickeln wird und welche neuen Geschichten hier in Zukunft geschrieben werden.