Es gibt Schlagzeilen, die einem das Herz schneller schlagen lassen. Diese hier ist eine ganz besondere: Ryan Cohen, der CEO von Gamestop, plant einen massiven Stellenabbau bei eBay, falls sein Übernahmeangebot von rund 56 Milliarden Dollar durchgeht. Ein Paukenschlag, der nicht nur die Finanzwelt, sondern auch die Zukunft der beiden Unternehmen auf den Kopf stellen könnte. Cohen hat in einem Podcast-Interview klipp und klar gesagt, dass er die 11.500 Mitarbeiter von eBay als ineffizient empfindet. Das klingt nach einem herben Schnitt, wenn man bedenkt, dass eBay zu Ende 2025 noch 12.300 Mitarbeiter hatte, von denen 7.200 in den USA tätig sind.

Der Plan, eBay zu übernehmen, ist nicht aus der Luft gegriffen. Gamestop hat ein Angebot vorgelegt, das zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien beglichen werden soll, doch wie genau die Finanzierung vonstattengehen soll, bleibt unklar. Cohen hat bereits einen Kredit von etwa 20 Milliarden US-Dollar zugesichert bekommen, aber für den Rest der Summe müssen noch Lösungen gefunden werden. Man fragt sich, wie Gamestop, das im Vergleich zu eBay mit einem Wert von nur knapp 12 Milliarden Dollar deutlich kleiner ist, ein solches Vorhaben stemmen möchte.

Die Strategie hinter der Übernahme

Was genau treibt Cohen an? Ganz klar: Er möchte eBay besitzen und führen, um mit einer Kombination aus Gamestop und eBay einen ernsthaften Konkurrenten zu Amazon aufzubauen. Das ist kein kleiner Fisch, den er da an Land ziehen will. eBay hat einen Börsenwert von etwa 46 Milliarden US-Dollar und ist in lukrativen Kategorien wie Sammelartikeln, Autoteilen und gebrauchter Mode aktiv. Das passt gut zu Cohens Vision, denn Gamestop hat sich ebenfalls auf den Verkauf von Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen spezialisiert.

Die Zahlen sprechen für sich. Gamestop bietet 125 US-Dollar pro Aktie für eBay, was einen Aufpreis von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Freitag darstellt. Nachbörslich stieg der Kurs auf über 116 Dollar – ein Zeichen für das Interesse der Investoren an dem Deal. Doch was passiert, wenn eBays Management ablehnt? Cohen hat bereits angekündigt, sich direkt an die Aktionäre zu wenden. Das könnte ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel werden!

Ein Blick auf Fusionen und Übernahmen

Um die Dimensionen dieser Übernahme zu verstehen, ist es hilfreich, sich mit dem Thema Fusionen und Übernahmen (M&A) auseinanderzusetzen. Bei solchen Deals müssen die Verantwortlichen drei Z’s im Blick behalten: das Ziel-Unternehmen, den Zeitplan und die Art der M&A. Cohen könnte hier vor einer horizontalen Übernahme stehen, da beide Unternehmen im gleichen Sektor tätig sind. Das bedeutet, dass Gamestop durch den Erwerb von eBay seine Marktanteile erheblich vergrößern würde.

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Die Vorteile einer horizontalen Fusion sind verlockend: Erhöhung der Marktmacht, Erweiterung des Kundenstamms und Größenvorteile. Aber wie bei jedem Geschäft gibt es auch Herausforderungen, wie die Gefahr von Monopolbildung und Innovationsmangel. Cohen muss sich also gut überlegen, wie er diese Übernahme angehen will, um ein erfolgreiches und wettbewerbsfähiges Unternehmen zu formen.

In der Welt der Geschäfte kann es schnell gehen. Cohen, einst Mitgründer des Online-Händlers Chewy, hat sich 2020 eine hohe Beteiligung an Gamestop gesichert und übernahm 2023 den CEO-Posten. Er hat viele Gamestop-Filialen geschlossen und den Fokus auf das Wesentliche gelegt. Nun könnte er vielleicht in der Lage sein, eine ganz neue Ära einzuleiten – wenn er es schafft, eBay zu übernehmen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Es bleibt spannend, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird!