Es ist nicht alltäglich, dass man auf junge Stimmen trifft, die so viel Gewicht haben wie die von Mayas Jahjah. Die 17-Jährige hat kürzlich beim Salzburger Landesjugend-Redewettbewerb mit ihrer eindrucksvollen Rede „Frieden zwischen den Meereswellen“ den zweiten Platz belegt. Und man muss sagen, sie hat dabei nicht nur ihre Zuhörer berührt, sondern auch die Herzen vieler Menschen, die ihre Geschichte hören durften.

Die Rede von Maya ist mehr als nur eine Ansammlung von Worten; sie ist das Ergebnis eines Lebens voller Herausforderungen. Als Flüchtling aus Syrien hat sie im zarten Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie eine gefährliche Reise unternommen. Über Ägypten und Libyen gelangten sie nach Europa, doch der dramatischste Teil war die Überfahrt über das Mittelmeer. Vier Tage lang waren sie auf einem manövrierunfähigen Boot gefangen – eine Erfahrung, die man sich kaum vorstellen kann, geschweige denn, dass man sie übersteht. Und doch hat sie überlebt. Maya hat das Mobbing im Kindergarten und die Diskriminierung im Alltag nicht vergessen, vor allem aufgrund ihres Kopftuchs, das für sie ein Teil ihrer Identität ist.

Brücken des Dialogs

In ihrer Rede stellt Maya die Frage: „Bin ich eine Bereicherung oder eine Bedrohung?“ Diese einfache, aber tiefgründige Frage spiegelt die Unsicherheiten wider, mit denen viele Geflüchtete konfrontiert sind. Es ist eine Frage, die nicht nur sie, sondern auch die Gesellschaft insgesamt betrifft. Maya setzt sich aktiv in der Schülervertretung ein und kämpft gegen Rassismus, für Integration und Antidiskriminierung. Sie ist ein Beispiel für die vielen geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die 2015 nach Österreich kamen – einem Jahr, das von den Medien oft als „Krise“ bezeichnet wird, während andere von einer Welle der Menschlichkeit sprechen, die durch den Slogan „Refugees welcome“ symbolisiert wurde.

Zehntausende Menschen suchten in diesem Jahr Schutz vor Krieg und Zerstörung. Die Ankunft dieser Flüchtlinge wurde von zahlreichen Freiwilligen unterstützt, die Wasser, Obst und Kleidung brachten. Ein großes Herz für die Schwächsten – das war der Geist dieser Zeit. Zehn Jahre später zeigt sich jedoch, dass die gesellschaftliche Hetze gegen Flüchtlinge zugenommen hat. Begriffe wie „Asylflut“ und „Überfremdung“ wurden von rechten und rechtsextremen Parteien genutzt, um Ängste zu schüren. Diese Entwicklung hat ein problematisches Klima geschaffen, das Misstrauen und Spaltung fördert.

Herausforderungen und Chancen

Es ist wichtig, die positiven Seiten der Integration nicht aus den Augen zu verlieren. Viele geflüchtete Jugendliche sind heute Lehrlinge, Studierende oder arbeiten in verschiedenen Berufen. Sie zahlen Steuern, gründen Unternehmen und engagieren sich ehrenamtlich. Aber wie jede Integration erfordert auch diese Mühe, Geduld und Ressourcen von allen Beteiligten. Die Herausforderungen sind nicht klein, und doch gibt es einen Funken Hoffnung. Maya und ihre Generation sind bereit, aktiv mitzugestalten. Sie träumt von einer Zukunft im Journalismus, als Autorin oder Moderatorin und hat sogar ein Talent fürs Rappen entdeckt.

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Die jüngsten Ereignisse, wie die Tötung des 16-jährigen Geflüchteten Mouhamed Lamin Dramé durch die Polizei, zeigen leider, dass es immer noch viel zu tun gibt. Solche Vorfälle erfordern eine breite Diskussion über Polizeigewalt und strukturellen Rassismus. Veranstaltungen, die sich mit diesen Themen beschäftigen, bieten eine Plattform für den Austausch von Ideen und Handlungsmöglichkeiten. Denn es ist klar: Es braucht eine starke Stimme gegen die Ungerechtigkeiten, die in unserer Gesellschaft bestehen.

Maya Jahjah ist mehr als nur ein Name. Sie ist das Gesicht einer Generation, die sich für eine bessere Zukunft einsetzt, für sich selbst und für andere. Ihre Botschaft ist klar: Es braucht Brücken des Dialogs, um Vorurteile abzubauen und Frieden zu schaffen. Und vielleicht, nur vielleicht, können wir alle von ihrem Engagement lernen.