Heute ist der 21.07.2026 und in Salzburg brodelt es – und zwar nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Der Mangel an öffentlichen Toiletten in der Altstadt, insbesondere am Residenzplatz, schürt die Gemüter. Während Frauen für die Nutzung der Toiletten tief in die Tasche greifen müssen, dürfen Männer die Pissoirs ohne Münze nutzen. Das sorgt natürlich für ordentlich Diskussionen. Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl von KPÖ Plus hat das Thema auf die Agenda gesetzt und spricht von einer „längeren Debatte über die Ungleichbehandlung“. Ein Thema, das nicht nur mit einem kurzen Aufschrei zu lösen ist.

Besonders in den Dombögen, wo es die einzigen kostenlosen Pissoirs in der Altstadt gibt, wird das Problem sichtbar. In anderen Teilen der Altstadt, wie am Hanuschplatz, sieht die Sache ganz anders aus: Hier müssen auch die Herren für die Pissoirs bezahlen – und zwar entweder mit Münzen oder einer Karte. Salzburg plant nun eine Angleichung der Gebühren. Diese soll bei den bevorstehenden Sanierungen von Toilettenanlagen umgesetzt werden. Bis 2027 sollen alle Altstadt-WCs saniert sein, und die Gebühren für öffentliche Toiletten sollen auf einen Euro angehoben werden. Aktuell kosten die normalen WCs gerade mal 50 Cent, während die Pissoirs bei den Dombögen um einen Euro teurer werden sollen. Wer in den Stadtteilen unterwegs ist, kann sich hingegen freuen: Dort bleiben die Toiletten kostenlos.

Sanierungspläne und bargeldloses Bezahlen

In den kommenden Monaten steht einiges an. Ab September 2026 werden die Toilettenanlagen beim Mirabellgarten und in der Philharmonikergasse erneuert. Auch die Dombögen, das Vogelhaus und das Neutor stehen auf der Liste – wenn nicht die Umbauten für die Festspiele dazwischenfunken. Ein weiterer Schritt in die Zukunft: Ein bargeldloses Bezahlsystem soll eingeführt werden, um die Nutzung der Toiletten zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Das klingt doch nach einem Fortschritt!

Doch hinter all diesen Sanierungen steckt mehr als nur die Verbesserung der Infrastruktur. Es geht um Geschlechtergerechtigkeit in der Stadtentwicklung. Das Thema ist hochaktuell und erfordert dringenden Handlungsbedarf. Frauen, ältere Menschen und Personen, die Sorgearbeit leisten, sehen sich oft großen Herausforderungen gegenüber, wenn es um den Zugang zu öffentlichen Räumen geht. Vierspurige Straßen mit schmalen Fußwegen sind da nur ein Beispiel. Der Zugang zu Ressourcen und Räumen muss für alle gleichberechtigt sein.

Eine Stadt für alle

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat sich zum Ziel gesetzt, lebenswerte und zugängliche Räume zu schaffen. Dabei werden bislang vernachlässigte Perspektiven stärker berücksichtigt. Die „Neue Leipzig-Charta“ von 2020 hat das Ziel, eine gerechte, grüne und produktive Stadt zu entwickeln – eine „Stadt für alle“. Gender Planning wird als wichtiges Instrument zur Förderung der Geschlechtergleichstellung betrachtet. In diesem Zusammenhang wurden auch Leitlinien für eine faire und inklusive Stadtentwicklung formuliert.

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Diese Leitlinien umfassen unter anderem die Förderung der Sichtbarkeit und Teilhabe im öffentlichen Raum sowie die Gewährleistung von Sicherheit und Barrierefreiheit. Es ist wichtig, dass alle gesellschaftlichen Gruppen repräsentiert sind und an der Stadtgestaltung mitwirken können. Denn eine Stadt, die für alle ist, ist eine Stadt, in der jeder Mensch sich wohlfühlen kann.

In Salzburg wird also gerade viel bewegt – und das nicht nur in den Köpfen, sondern auch in der Stadt selbst. Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich die Bemühungen um eine gerechtere und zugänglichere Stadt sind. Wer weiß, vielleicht wird die Altstadt bald nicht nur ein Ort für Touristen, sondern auch für alle Salzburgerinnen und Salzburger zum Wohlfühlen. Und das ist doch ein Ziel, für das sich der Einsatz lohnt!